Schlag für Medienstandort Hamburg
TV-Produzent MME wechselt nach Berlin

Neuer Tiefschlag für die Hamburger Medienwirtschaft: Die TV-Produktionsfirma MME will Anfang nächsten Jahres nach Berlin umziehen. „Der Hamburger Medienstandort ist für uns nicht attraktiv genug. Wir verhandeln derzeit mit den Berliner Senat um Fördermittel“, sagt Martin Hoffmann, neuer MME-Vorstandsvorsitzender und ehemaliger Geschäftsführer des TV-Senders Sat 1.

HB HAMBURG. . Über die Höhe der erhofften finanziellen Zuschüsse machte Hoffmann aber keine Angaben. Von dem Umzug betroffen sind rund 60 Mitarbeiter, von denen etwa 50 in die Hauptstadt umziehen wollen.

Damit verlässt erneut ein Medienunternehmen die norddeutsche Metropole. Erst vor einigen Jahren war Universal Deutschland nach Berlin umgezogen, bei der Musikproduktionsfirma Warner konnte der Hamburger Senat nur knapp einen Standortwechsel verhindern.

Mit dem Umzug will MME einen kompletten Neuanfang wagen. „Wir wollen uns neue Produktionsfelder anschauen – beispielsweise verstärkt Shows anbieten“, sagt Hoffmann über seine Pläne.

Hilfreich bei der künftigen Expansionsstrategie ist die Übernahme aller Geschäftsanteile der Moviement GmbH. Dazu gehören die beiden Produktionsfirmen Filmpool und Allmedia. Unter ihren Label entstehen beispielsweise Gerichtsserien wie „Richterin Barbara Salesch“, „Das Familiengericht“ und „Zwei bei Kalwass“. Der Erwerb von Moviement erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2004. MME selbst produziert unter anderem für RTL die Jugend-Musiksendung „Top of the Pops“ und für RTL 2 „The Dome“.

Durch den Zukauf von Moviement will MME im laufenden Geschäftsjahr bei einem Umsatz von rund 80 Mill. Euro ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von rund zehn Mill. Euro erwirtschaften. 2003 hatten MME und die Moviement GmbH insgesamt einen Proforma-Umsatz von rund 61 Mill. Euro erzielt. Ein Ergebnis nannte Hoffmann nicht.

Für den Erwerb der Produktionsfirmen hat MME 37,84 Mill. Euro gezahlt. Davon finanzierten die Noch-Hamburger rund 15 Mill. Euro über einen langfristigen Bankkredit, 7,6 Mill. Euro kamen aus eigenen Barmitteln. Den Rest hat MME mit Aktien aus genehmigtem Kapital bezahlt.

Im Zuge der Transaktion hat sich die Anteilsstruktur verändert: An MME halten die Altgesellschafter der Moviement GmbH künftig einen Anteil von knapp unter 30 Prozent. Weitere 20 Prozent besitzen die langjährigen Aktionäre von MME. Dazu gehören unter anderem Jörg A. Hoppe. Er hatte gestern MME-Anteile im Wert von mehr als einer Mill. Euro versilbert. Auch Christoph Post, heute MME-Vorstandsmitglied und bis vor kurzem Vorstandschef, hatte für den fast gleichen Betrag Aktien veräußert. Der Kurs der Gesellschaft fiel um 1,3 Prozent auf 4,60 Euro.

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