Schlechte Aussichten
Hewlett-Packard kürzt Gehälter

Der weltgrößte PC-Hersteller kürzt wegen des anhaltenden Kostendrucks die Gehälter seiner Mitarbeiter. Seine Umsatzerwartung für das Geschäftsjahr 2009/10 kappte Hewlett-Packard um zehn Prozent oder 14 Milliarden Dollar.

HB PALO ALTO. Das kündigte Unternehmenschef Mark Hurd am Mittwochabend nach Vorlage der Zahlen für das erste Geschäftsquartal an. Der Konzern aus Palo Alto in Kalifornien hatte einen deutlichen Gewinnrückgang erlitten. Der Überschuss fiel um 13 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro). Der Umsatz stieg nur durch die Übernahme des IT-Dienstleisters EDS leicht um ein Prozent auf 28,8 Milliarden Dollar.

Hurd selbst verzichtet nach eigenen Angaben auf 20 Prozent seines Gehalts, die Geschäftsführung auf zehn bis 15 Prozent. Der Großteil der Mitarbeiter muss ein Minus von bis zu fünf Prozent in Kauf nehmen.

HP habe sich als Marktführer in einem harten Umfeld gut geschlagen, kommentierte Hurd die Zahlen. Das Unternehmen ist mit seiner breiten Palette für Krisenzeiten besser gerüstet als Konkurrenten. Wachstumsfeld ist das Servicegeschäft, das sich zuletzt durch den EDS-Kauf auf einen Umsatz von 8,7 Milliarden Dollar mehr als verdoppelte. Das Dienstleistungsgeschäft verspricht stabilere Umsätze und höhere Margen.

Dagegen fielen in allen anderen HP-Sparten die Umsätze, so im PC- Geschäft um fast 20 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach hier sogar um mehr als 30 Prozent ein. Sogar die zuletzt so erfolgreichen tragbaren Computer verkauften sich schlechter. Im Server-Bereich lag das Minus bei 18 Prozent, in der Software bei sieben Prozent. Bergab ging es auch bei den Umsätzen in der Druckersparte (minus 19 Prozent).

Mit seinem um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Aktie traf HP zwar die Analystenschätzungen. Im Gesamtjahr (31. Oktober) erwartet der Konzern nun aber auch wegen negativer Währungseffekte einen zwei bis fünf Prozent niedrigeren Umsatz als im Vorjahr. Daher kappte das Unternehmen, das als Barometer für die Technologiebranche gilt, seine Umsatzerwartung für das Geschäftsjahr 2009/10 um zehn Prozent oder 14 Milliarden Dollar. Die Gewinnprognose je Aktie kürzte HP auf 3,76 bis 3,88 Dollar. Im laufenden zweiten Geschäftsquartal soll das Ergebnis zwischen 0,84 bis 0,86 Dollar liegen bei einem Umsatzminus von zwei bis drei Prozent.

Im weltweiten PC-Geschäft kam HP dem Marktforscher Gartner zufolge zuletzt auf einen Marktanteil von gut 18 Prozent vor Dell mit knapp 14 Prozent. Für HP arbeiten in Deutschland bisher 8 500 und für EDS weitere 4 200 Menschen. Wegen der EDS-Übernahme fallen allerdings binnen der nächsten zwei Jahre 1 400 Jobs allein in Deutschland weg.

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