"Schließung billiger als Weiterbetrieb"
IG Metall kämpft gegen Infineon-Werks-Schließung

Die IG Metall hat zu Warnstreiks gegen das drohende Aus für das Münchner Infineon-Werk aufgerufen. Eine Schließung sei aber deutlich billiger als ein Weiterbetrieb mit notwendiger Modernisierung, erklärte hingegen der Münchener Konzern.

HB MÜNCHEN. Zur Unterstreichung der Forderungen der Gewerkschaft sollten die IG-Metall-Mitglieder am Donnerstag ab 12.00 Uhr ihre Arbeit nieder legen, Kollegen der Spätschicht sollten dann um 14.00 Uhr dazustoßen, teilte die IG Metall am Mittwoch mit. 150 der 800 Mitarbeiter seien zu dem Warnstreik aufgerufen. Infineon wollte sich zu den Auswirkungen von Streiks nicht äußern. Am Dienstag waren Gespräche zwischen Infineon und der IG Metall über Ausgleichszahlungen ergebnislos zu Ende gegangen. Es wurde jedoch ein weiteres Treffen für den 13. Oktober vereinbart.

Infineon will das 20 Jahre alte Werk im Münchener Stadtteil Perlach wegen Veralterung bis Anfang 2007 schließen. Die meisten der 800 Beschäftigen verlieren damit ihre Arbeit. Die Gewerkschaft wolle mit dem Warnstreik einen Sozialtarifvertrag bei einer Werksschließung erreichen, hieß es. „Das Ziel der IG Metall ist und bleibt der Erhalt des Standortes München-Perlach“, unterstrich die Gewerkschaft ihre Forderungen.

Einem Infineon-Sprecher zufolge ist eine vom Betriebsrat in Auftrag gegebene Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass es Infineon 270 Mill. € kosten würde, das Werk in Perlach in den nächsten fünf Jahren auf das Niveau des Werkes in Regensburg zu bringen, welches dieses bereits vor einem Jahr erreicht hatte. Die Schließung des Münchener Werks kostet Infineon nach Angaben der IG Metall über 100 Mill. €.

Vor gut zwei Wochen waren Verkaufsverhandlungen mit dem Erfurter Halbleiter-Hersteller X-Fab gescheitert. Infineon hatte am Dienstag die Notwendigkeit der geplanten Schließung des Werkes bekräftigt. Die Fertigung des Werkes Perlach soll nach Regensburg und Villach verlagert werden.

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