Schlott-Druckerei
Bertelsmann und Burda prüfen Kauf

Teile der insolventen Schlott-Gruppe locken Interessenten an. Die Bertelsmann-Drucktochter Prinovis und der Burda-Verlag prüfen einen teilweisen Kauf der im Insolvenzfahren befindlichen Schlott-Gruppe.
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DüsseldorfInsbesondere für die Nürnberger Druckerei Sebald interessiert die beiden Konzerne. Beteiligte berichteten dem Handelsblatt, Vertreter von Burda und Prinovis hätten die Nürnberger Druckerei bereits am Donnerstatg und Freitag inspiziert. „Wir schauen uns derzeit die Bücher genau an“, sagte ein Insider.

Prinovis ist Europas größter Tiefdruckkonzern. Er gehört zu drei Vierteln dem Medienriesen Bertelsmann. Ein Viertel der Anteile sind im Besitz von Axel Springer („Bild“, „Welt“). In Nürnberg ist der Konzern bereits seit Jahrzehnten mit einer eigenen Druckerei vertreten. Die Übernahme der modernen Druckerei Sebald in der fränkischen Metropole würde die Marktstellung von Prinovis noch verbessern. Prinovis wollte zum Interesse an Schlott keine Stellung nehmen.

Schlott, zweitgrößter Tiefdrucker in Europa, hat als Gesamtkonzern offenbar keine Chance mehr. Der Nürnberger Insolvenzverwalter Siegfried Beck werde das Unternehmen „im Wege der übertragenden Sanierung“ verkaufen, teilte Schlott kürzlich mit. Mitarbeiter bangen um ihre Stellen Konkret heißt das: Beck bietet die einzelnen Unternehmensteile zum Kauf an. Im Januar wollte Insolvenzverwalter Beck Schlott – damals noch zur Freude der Gewerkschaften – als Ganzes erhalten.

Wie Verhandlungskreise berichten, ist auch der Medienkonzern Burda („Focus“, „Bunte“) unter den Interessenten für den zweitgrößten Tiefdruckkonzern in Europa. Der Münchener Medienkonzern baut derzeit seinen Druckbereich aus. Burda hat sich erst im Februar mit der Mönchengladbacher Tiefdruck Schwann-Bagel (TSB-Gruppe) im Vertrieb, bei der Auftragsbearbeitung und Produktionsplanung verbündet. Burda wollte am Wochenende auf Anfrage mögliche Zukäufe nicht kommentieren.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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