Schnäppchen-Portal
Groupon wächst und schreibt Verluste

Verluste und kein Ende in Sicht: Groupon kommt nicht aus den roten Zahlen. Die Anleger strafen das Unternehmen ab. Hoffnung bereitet dem Schnäppchen-Portal das mobile Geschäft.
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Chicago/New YorkLicht und Schatten beim Schnäppchen-Portal Groupon: Zwar konnte das Unternehmen unter seinem neuen Chef wieder wachsen, gleichzeitig fiel zum wiederholten Male ein Verlust an. Unterm Strich verlor Groupon im dritten Quartal annähernd 3 Millionen Dollar (2 Mio Euro) und damit so viel wie im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab.

Auch für das Schlussquartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft machte Groupon nicht viel Hoffnung auf einen Gewinn. Die Aktie fiel nachbörslich um 9 Prozent. Das Unternehmen leidet unter hohen Kosten. Immerhin legte der Umsatz zuletzt um 5 Prozent auf 595 Millionen Dollar zu.

„Wir sind zufrieden mit unseren Fortschritten, aber es gibt noch Arbeit zu tun“, erklärte Firmenchef Eric Lefkofsky am Sitz in Chicago. Der Mitgründer hatte das Ruder übernommen, nachdem sein Kompagnon Andrew Mason im Februar wegen Erfolglosigkeit gefeuert worden war.

Analyst Edward Woo von Ascendiant Capital Markets war sich mit Lefkofsky einig, dass es noch viel zu tun gibt. „Es wird härter für sie wegen des starken Wettbewerbs im E-Commerce-Markt“, sagte Woo der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Außerdem gibt es eine gewisse Müdigkeit bei den Konsumenten und sie sind einfach nicht mehr so interessiert.“

Groupon präsentierte jüngst eine umgestaltete Webseite und neue Smartphone-Apps. Neu bietet das Schnäppchenportal personalisierte Angebote an, die aufgrund vorheriger Käufe und Interessen von Nutzern basieren. Die Smartphone-Apps bestimmt außerdem den Ort, an dem sich Nutzer befinden, und bietet ihnen lokale Angebote an.

Mehr als 50 Prozent der Transaktionen in Nordamerika und 40 Prozent weltweit würden über mobile Geräte wie Smartphones und Tablet abgewickelt, teilte das Unternehmen. Neun Millionen Nutzer hätten die Groupon-App im dritten Vierteljahr heruntergeladen; die Zahl der aktiven Nutzer sei im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 43,4 Millionen gestiegen.

„Groupon steht nicht still“, sagte Peter Krasilovsky, Analyst des Marktforschers BIA/Kelsey, der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die Firma hat sich im letzten Jahr stark verändert, und einige recht dramatische Änderungen am Geschäftsmodell gemacht.“

Bei Groupon können Kunden Rabattgutscheine von Dienstleistern, Restaurants oder Händlern kaufen. Mit dem Zukauf des südkoreanischen Anbieters Ticket Monster verstärkt sich Groupon. Bisheriger Besitzer ist der US-Rivale LivingSocial, der 260 Millionen Dollar in Barem und Aktien bekommt. Das Geschäft soll in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

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