"Schubkarrenweise haben die Banken damals Geld in Phenomedia gekarrt"
Moorhuhn-Erfinder geben Fehler zu

Seit Dienstag stehen die Macher des populären Moorhuhn-Computerspiels in Bochum vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die sechs Angeklagten rund 15 Millionen Euro in die Bilanzen der Phenomedia eingebaut und den Kurs der Aktie damit auf verbotene Weise in die Höhe getrieben haben.

HB BOCHUM. Die Moorhuhn-Erfinder gehörten zu den Lieblingen des neuen Marktes. Als die Phenomedia AG im November 1999 an die Börse ging, wurden die Manager zum Inbegriff der erfolgreichen Jung- Unternehmer. Dreieinhalb Jahre später war der Zauber verflogen. Seit Dienstag stehen die Macher des populären Moorhuhn-Computerspiels in Bochum vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die sechs Angeklagten rund 15 Millionen Euro in die Bilanzen der Phenomedia eingebaut und den Kurs der Aktie damit auf verbotene Weise in die Höhe getrieben haben.

Zum Auftakt des Prozesses vor der 6. Strafkammer des Bochumer Landgerichts hat Markus Scheer, Ex-Vorstandsvorsitzender der Phenomedia, bereits Fehler zugegeben. Am Rande des Verfahrens machte er dafür aber auch die Dynamik am Neuen Markt verantwortlich. Der 35- jährige Bochumer sagte: „Was da passiert ist, hatte mit normalen Welten nichts zu tun. Es war völlig verrückt, vielleicht sogar krank.“

Schubkarrenweise hätten die Banken damals Geld in sein Unternehmen gekarrt. Man habe sich groß gefühlt, aber schlecht beraten lassen. Auf ihre Frage, ob ein börsennotiertes Unternehmen nicht ein Senior- Management brauche, hätten ihnen die Kredit-Institute folgenden Ratschlag gegeben: „Holen sie sich ja keine alten Säcke an Bord, der Neue Markt will junge Köpfe sehen.“ Und genau das hätte man dann auch befolgt. Was nach Scheers Meinung rückblickend ein großer Fehler war.

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