Schuldenabbau
Telekom schlägt US-Mobilfunktürme los

Die Telekom macht Handymasten in den USA zu Geld. Das Unternehmen wird tausende der Türme an den Investor Crown Castle vermieten und verkaufen. Die Milliarden aus dem Erlös gehen in den Schuldenabbau.
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Berlin/BonnDie Deutsche Telekom macht die Mobilfunkmasten ihrer Krisentochter T-Mobile USA zu Geld. Das Unternehmen vermiete und verkaufe insgesamt 7200 der Handytürme in Amerika für 2,4 Milliarden Dollar an den Infrastrukturinvestor Crown Castle, teilte die Telekom am Freitag mit. 6400 Mobilfunktürme werden vermietet, die anderen 800 Türme werden verkauft.

T-Mobile USA wird den Angaben zufolge seine Mobilfunktechnik weiterhin auf den Türmen betreiben und den Platz dafür wiederum von Crown Castle mieten. Die Telekom habe "einen intelligenten Weg gefunden, T-Mobile im Wettbewerb zu stärken, und gleichzeitig die Schulden des Konzerns weiter zu reduzieren", erklärte Finanzvorstand Timotheus Höttges.

Die Einnahmen gehen in den Schuldenabbau: Durch die Transaktion gingen die Netto-Finanzverbindlichkeiten des Bonner Konzerns um rund 1,9 Milliarden Euro zurück. Die Transaktion werde sich nicht auf den Betriebsgewinn (bereinigtes EBITDA) des Geschäftsjahres 2012 auswirken. Der Verkauf solle bis Ende des Jahres unter Dach und Fach sein.

Crown Castle hat den Angaben zufolge für rund 28 Jahre das alleinige Recht zur Nutzung und Vermietung der Funkturmstandorte. Der US-Investor verdient an dem Deal, in dem er die Masten nicht nur an T-Mobile USA, sondern auch an andere Mobilfunker vermietet und so besser auslastet.

Die Telekom hatten den Verkauf ihrer Handytürme in den USA bereits vor zwei Jahren durchgespielt, wegen des geplanten Verkaufs der gesamten Tochter an AT&T aber auf Eis gelegt.

T-Mobile USA ist der viertgrößte Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten. Doch die Geschäfte laufen schlecht. Der Versuch der Deutschen Telekom, die Tochter für 39 Milliarden Dollar an den Wettbewerber AT&T zu verkaufen, war im Dezember 2011 am Widerstand der US-Wettbewerbshüter gescheitert. Die Telekom hatte das Unternehmen unter dem Namen Voicestream im Jahr 2000 unter ihrem damaligen Chef Ron Sommer für 50,7 Milliarden Dollar gekauft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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