Schwacher Absatz
Nintendo macht Verlust wegen Wii

Der Spiele-Spezialist Nintendo bekommt den Absatz seiner Spiele-Konsole Wii U nach wie vor nicht in Gang: Im vergangenen Quartal wurden nur 310 000 Geräte verkauft. Jetzt soll der Traditions-Hit „Mario Kart“ helfen.
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TokioNintendo hat wegen schleppender Verkäufe seiner Spiele-Konsole Wii U das vergangene Geschäftsjahr mit tiefroten Zahlen abgeschlossen. Zum Stichtag 31. März gab es einen Verlust von 23,2 Milliarden Yen (164,4 Mio Euro). Im Jahr davor hatte Nintendo noch rund 7,1 Milliarden Yen verdient.

Der Umsatz schrumpfte um zehn Prozent auf 571,7 Milliarden Yen (4,05 Mrd Euro), wie der traditionsreiche Spiele-Spezialist am Mittwoch mitteilte. Von der Wii U wurden in den vergangenen drei Monaten nur etwa 310000 Konsolen verkauft. Damit erreichte ihr Absatz seit dem Start im Weihnachtsgeschäft 2012 insgesamt 6,17 Millionen Geräte. Dabei wurde rund die Hälfte davon unmittelbar in den ersten Wochen nach der Markteinführung verkauft. Ursprünglich wollte Nintendo allein im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr neun Millionen Wii-U-Geräte absetzen.

Derzeit sind die im vergangenen November gestarteten neuen Konsolen der Konkurrenz deutlich erfolgreicher. Sony verkaufte nach jüngsten Zahlen insgesamt sieben Millionen Geräte seiner Playstation 4 und Microsoft kam bei seiner Xbox One auf fünf Millionen. Nintendo hofft, dass mit attraktiven Spielen auch die Verkäufe der Wii U anziehen. Der große Hoffnungsträger ist jetzt die neue Version des populären Rennspiels „Mario Kart“, die Ende Mai erscheint. Der Absatz der mobilen Konsole Nintendo 3DS sank im vergangenen Geschäftsjahr um 13 Prozent auf 12,2 Millionen Geräte. Mobilen Spielekonsolen machen Smartphones und Tablets mit ihrer breiten Auswahl an günstigen bis kostenlosen Spielen zu schaffen.

Nintendo hatte in den 80er Jahren den Grundstein für den Heimkonsolen-Markt gelegt und 2006 mit der Bewegungssteuerung der Konsole Wii nochmal einen großen Hit gelandet. Der schwächelnde Absatz der Wii U und der Vormarsch der Smartphone-Spiele stellen jedoch das Geschäftsmodell von Nintendo in Frage.

Immer mehr Branchenbeobachter empfehlen dem Traditionsunternehmen, seine beliebten Figuren wie Super Mario oder Zelda in Spielen für Smartphone-Plattformen wie Android oder Apples iOS zu vermarkten. Nintendo erteilte solchen Ideen bisher eine Absage. Konzernchef Satoru Iwata kündigte zudem Gesundheitsdienste als eine neue Marschrichtung an, nannte bisher jedoch keine Details.

Für das angebrochene Geschäftsjahr stellte Nintendo ein Umsatzwachstum auf 590 Milliarden Yen und mit einem Gewinn von 20 Milliarden Yen auch wieder schwarze Zahlen in Aussicht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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