Schwacher Ausblick
Harter Wettbewerb belastet Motorolas Umsatz

Der weltweit zweitgrößte Mobiltelefonhersteller Motorola hat im zweiten Quartal einen Gewinn erzielt, verzeichnete aber angesichts des starken Wettbewerbs auf dem chinesischen Markt einen deutlichen Umsatzrückgang.

Reuters CHICAGO. Für das laufende Vierteljahr sagte das Unternehmen ein Ergebnis unter den Analystenerwartungen voraus. Im nachbörslichen Handel fiel der Kurs der Motorola-Aktien auf 9,70 Dollar nach 9,78 Dollar bei Börsenschluss in New York.

Motorola-Präsident Mike Zafirovski sagte, das Unternehmen erwarte, seine Position durch die Einführung neuer Telefone zu stärken. Zudem sollten in den USA die Investitionen in Design und Technik erhöht werden und der Vertrieb auch in kleineren Städten vorangetrieben werden.

„Sie fahren damit fort, eine Menge betriebliche Veränderungen vorzunehmen, um die Kosten zu senken, aber so schnell sie Kosten senken können, können auch die Preise runtergehen“, sagte Rob Siewert, Analyst bei Victory Capital Management.

Der Reingewinn habe sich im zweiten Quartal auf 119 Mill. Dollar oder fünf Cent je Aktie belaufen nach einem Verlust von 2,3 Mrd. Dollar im Vorjahr, teilte Motorola am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Vor Sonderposten betrug der Gewinn 19 (Vorjahr 39) Mill. Dollar oder ein Cent je Aktie. Der Umsatz sei um zehn Prozent auf 6,2 Mrd. Dollar gesunken. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt ein ausgeglichenes Ergebnis bei einem Umsatz von 6,06 Mrd. Dollar erwartet.

Im laufenden Quartal rechnet Motorola mit einem Ergebnis zwischen der Gewinnschwelle und zwei Cent je Aktie bei Umsätzen von 6,3 bis 6,5 Mrd. Dollar. Ohne Sonderposten werde ein Gewinn zwischen zwei und vier Cent erwartet, hieß es. Analysten hatten für das dritte Quartal einen Gewinn von fünf Cent je Aktie und einen Umsatz von 6,5 Mrd. Dollar prognostiziert.

„Ihre Einschätzung für das laufende Quartal ist recht lau“, sagte Paul Sagawa, Analyst bei Sanford C. Bernstein. „Dies weist auf schwere Marktbedingungen in vielen ihrer Geschäftssparten hin. Es zeigt auch gewisse Risiken im Handy-Geschäft.“

Das Unternehmen rechne im laufenden Quartal mit einem deutlich höheren Handy-Absatz als im zweiten Quartal, teilte Motorola weiter mit. Der Handy-Absatz dürfte damit auch etwas höher sein als im Vorjahresquartal. Im Chip-Geschäft werde der Absatz ebenfalls über dem Ergebnis des zweiten Quartals liegen. Der Vorjahresabsatz werde aber hier wahrscheinlich nicht erreicht.

Motorola hatte im Juni seine Umsatzprognose für das zweite Quartal auf 6,0 bis 6,2 Mrd. Dollar wegen des schwachen Asiengeschäfts nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit Sars gesenkt. Weil tausende von Menschen unter Quarantäne gestellt worden seien, sei die Verbrauchernachfrage nach Mobiltelefonen abgesackt, hatte Motorola erklärt. Dadurch seien überschüssige Lagerbestände an Handys und Komponenten für deren Herstellung entstanden. Am schwersten von Sars betroffen waren China und Hongkong, was für Motorola schwerwiegende Folgen hatte. In China unterhält der Konzern nicht nur eine breite Produktionsbasis, auch 14 % des Umsatzes erzielte Motorola 2002 am chinesischen Markt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%