Schwacher Heimmarkt
Schweizer Bundesrat verweist Swisscom in Grenzen

Um die mittelfristige Strategie des Schweizer Telekomkonzerns Swisscom ist ein Streit entbrannt.

HB ZÜRICH. Der Schweizerische Bundesrat (Regierung), die den Staatsanteil von 66 Prozent an dem Konzern repräsentiert, hat am Freitag dem Ex-Monopolisten praktisch untersagt, Übernahmen im Ausland zu tätigen, so lange wie der Bund noch ein grosser Aktionär der Swisscom ist. Damit ist die Expansionsstrategie gefährdet, die der Konzern unter Führung ihres CEO Jens Alder bisher gefahren hat.

Swisscom will das durch das Finanzministerium in Bern ausgesprochene Verdikt des Bundes nicht ohne weiteres hinnehmen. Man habe die Vorschläge des Bundes zu Kenntnis genommen, der statt einer Übernahme lieber eine Ausschüttung freier Mittel an die Aktionäre wolle, teilte Swisscom mit. Aber, das „entlastet weder Verwaltungsrat noch Geschäftsleitung von ihrer gesetzlichen Pflicht, ihre Funktionen im Interesse des Unternehmens und sämtlicher Aktionäre eigenverantwortlich wahrzunehmen,“ so Swisscom.

Und Swisscom bewegt sich auf einem Heimmarkt, der kaum noch Wachstumschancen bietet. Aus diesem Grund war Konzernchef Alder laufend auf der Suche nach Übernahmegelegenheiten im Ausland. Bisher allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Zuletzt gab es Gespräche mit der irischen Eircom und auch bei an der dänischen TDC wurde Swisscom ein Interesse nachgesagt.

Diese Übernahmen, wenn sie dann zustande gekommen wären, hätten Milliarden gekostet und damit ist der Bundesrat nicht einverstanden. „Risiken ja, aber nicht mit dem Geld der Steuerzahler,“ war die Devise, die Finanzminister Hans-Rudolf Merz nun ausgab. Er, der zusammen mit SVP-Bundesrat Christoph Blocher zu denen gehört, die ohnehin nicht viel von Staatsbeteiligungen an Firmen halten, will, dass der Staat bei Swisscom aussteigt.

Man habe Swisscom klar gemacht, dass die Regierung nicht wolle, dass Swisscom bei Eircom involviert werde, liess Merz durch seinen Sprecher Dieter Leutwyler auf Anfragen ausrichten. Und der Vertreter des Bundes im Swisscom-Verwaltungsrat sei dahingehend instruiert worden, sich gegen ein solcher Engagement auszusprechen. Und wenn die Stimme, die 66 Prozent repräsentiere, Nein sage, dann sei ein Projekt eben blockiert, so der Sprecher.

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