Schweizer Printriese verkauft ungarische Zeitung an Redakteure
Ringier erwartet Rekordgewinn

Das größte Schweizer Medienunternehmen Ringier („Blick“, „Cash“, „Schweizer Illustrierte“) ist in Feierlaune: Der Verlag erzielt 2004 nach eigenen Angaben das beste Ergebnis seiner Geschichte. Sogar das Rekordergebnis des Jahres 2000 – auf dem Höhepunkt des Werbebooms – hat Ringier offenbar übertroffen. Genaue Zahlen nannten Verwaltungsratspräsident Michael Ringier und Vorstandschef Martin Werfeli allerdings nicht. Insbesondere das boomende Osteuropa-Geschäft und das Schweizer Druckgeschäft verhilft dem Verlag zu einer glänzenden Bilanz.

DÜSSELDORF. 2003 hatte das Zeitungs- und Zeitschriftenhaus mit einem Umsatzrückgang von 2,1 Prozent auf 1,011 Mrd. Franken (665,2 Mill. Euro) abgeschlossen. Der Gewinn hingegen stieg im vergangenen Jahr um 10,2 Prozent auf 43,2 Mill. Franken (28,4 Mill. Euro).

In Deutschland ist Ringier nur mit dem Politik-Magazin „Cicero“ präsent. Das vom früheren „Welt“-Chefredakteur Wolfram Weimer geleitete Magazin erfüllt aus der Sicht der Zürcher Holding die Erwartungen. „Die Auflage steigt kontinuierlich und nähert sich der Marke von 50 000 Exemplaren“, sagte Weimer dem Handelsblatt. Wann das Magazin die Gewinnzone erreichen soll, ist unklar. Weimer wollte sich dazu nicht äußern.

Der Zürcher Verleger Ringier sagte am Montag, man sei sich bewusst, dass das von Akademikern und gut Verdienenden gelesene Heft nicht massenhaft verkauft werden könne. Bereits im Frühjahr hatte der Schweizer geäußert, sich drei bis fünf Jahre Zeit zu lassen, um auszutesten, ob das Magazin von Anzeigenkunden und Lesern akzeptiert wird.

Der Verleger hält vor allem aus Prestigegründen an dem Monatsmagazin nach dem Vorbild der amerikanischen Elitemagazine „Atlantic Monthly“ und „New Yorker“ fest. Die vor zwei Jahren in der Boulevard-Zeitung „Blick“ verbreitete angebliche Sex-Affäre des früheren Schweizer Botschafters in Berlin Thomas Bohrer schadete dem Ansehen des Printkonzerns schwer. Im Oktober wiederum geriet Chefpublizist Frank A. Meyer wegen seiner Kritik am Islam in einer Kolumne im „Sonntags- Blick“ unter Rassismusverdacht.

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