Schwere Niederlage für Peoplesoft
Gericht gibt Oracle für Übernahme grünes Licht

Die US-Regierung wollte gerichtlich erwirken, dass die Übernahme von Peoplesoft durch Oracle aus kartellerechtlichen Gründen untersagt wird. Doch dieses Ziel wurde klar verfehlt.

HB SAN FRANCISCO/WASHINGTON. Der Softwarekonzern Oracle hat von einem US-Bundesgericht grünes Licht für seine angestrebte feindliche Übernahme des Konkurrenten Peoplesoft bekommen. Richter Vaughn Walker wies am Donnerstag in San Francisco den Antrag der US-Regierung zurück. Das Justizministerium habe nicht nachweisen können, dass ein Zusammengehen von Oracle und Peoplesoft - und damit der Wegfall eines von insgesamt drei großen Teilnehmern am Markt für Unternehmenssoftware - eine Gefahr darstelle, urteilte das Gericht. Oracle begrüßte das Urteil, während sich das US-Justizministerium enttäuscht zeigte. Analysten sahen in dem Gerichtsentscheid eine schwere Niederlage für Peoplesoft, das die Oracle-Offerte erneut als zu niedrig zurückwies.

„Unbegründete Kundenbefürchtungen können harte Beweise nicht ersetzen“, sagte Richter Walker. Das Justizministerium hatte argumentiert, nach einer Fusion gebe es auf dem US-Markt für Unternehmenssoftware nur noch zwei Anbieter, was die Preise in die Höhe treiben würde. Das Ministerium prüfe nun, ob es in Revision gehen werde.

Die von dem SAP-Konkurrenten Oracle bereits im Juni 2003 angekündigte Übernahme ist jedoch auch nach dem Gerichtsurteil nicht perfekt. Neben den PeopleSoft-Aktionären müssen auch die europäischen Kartellbehörden einem Zusammengehen zustimmen. In der Vergangenheit hatte das Peoplesoft-Management das 7,7 Mrd. Dollar schwere Kaufgebot Oracles mehrfach zurückgewiesen. Oracle verlängerte unterdessen die Frist zur Annahme seines Angebots durch die Aktionäre bis zum 24. September. Die Gerichtsentscheidung setze Peoplesoft unter Druck, sich erneut mit Oracle zusammenzusetzen, erklärte Oracle-Chef Jeffrey Henley.

Die Aktien beider Unternehmen reagierten nachbörslich mit Kursaufschlägen. Peoplesoft-Aktien gewannen 15 % auf 20,41 Dollar zu, Oracle-Titel um 24 Cent auf 10,17 Dollar. „Es ist wirklich ein schwerer Schlag für PeopleSoft, die gehofft hatten, dies alles hinter sich zu bringen, und wieder normal ihren Geschäften nachzugehen“, sagte Paul Hamerman, Analyst bei Forrester Research. Peoplesoft hat Oracle auf mehr als eine Milliarde Dollar verklagt, weil die Bemühungen um eine feindliche Übernahme die Geschäfte stark beeinträchtigt hätten.

SAP ist der weltgrößte Hersteller von Unternehmenssoftware. Der deutsche Konzern erwartet einen härteren Wettbewerb in den USA, wenn Oracle die Übernahme gelingt.

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