SEC leitet Ermittlungen ein
Siemens entdeckt weitere verdächtige Gelder

Die Aufarbeitung des Schmiergeldskandals bei Siemens ist bei allen Personalien der vergangenen Tage kurzzeitig in den Hintergrund gerückt. Doch nun ruft die US-Börsenaufsicht SEC die Affäre wieder ins Gedächtnis zurück. Sie hat Ermittlungen eingeleitet. Für Siemens kann es nun richtig teuer werden, zumal das Unternehmen weitere verdächtige Zahlungen ausgemacht hat.

HB MÜNCHEN. Siemens hat bei eigenen Untersuchungen deutlich mehr Zahlungen identifiziert, die als „bedenklich“ gelten, wie das Unternehmen am Donnerstag im Vorfeld seiner Halbjahres-Pressekonferenz in München mitteilte. Dieses könnte „wesentliche“ Auswirkungen auf die Bilanzierung haben. Es geht um die Nachzahlung von Steuern; Siemens hat bereits zusätzliche Aufwendungen von 168 Mill. Euro verbucht.

Bislang hatte das Unternehmen von bis zu 420 Mill. Euro gesprochen, die möglicherweise in schwarze Kassen geflossen sind und von dort aus für die Bestechung von Auftraggebern genutzt worden sein könnten. Die Suche nach fehlgeleiteten Geldern hatte sich auf die Festnetzsparte Com beschränkt. Nun will Siemens auch in anderen Bereichen danach forschen. Zumeist waren die Zahlungen als Beraterhonorare deklariert worden, denen nach bisherigem Kenntnisstand aber keine Leistungen gegenüberstanden.

SEC ermittelt

Obendrein hat die SEC hat ihre bislang informelle Untersuchung der mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen von Siemens-Mitarbeitern in eine formelle Untersuchung abgeändert. Dieses habe die SEC dem Unternehmen im zweiten Quartal mitgeteilt, berichtete Siemens.

Eine formelle Untersuchung bedeutet eine deutliche Verschärfung der Ermittlungen und größere finanziellen Risiken für das Unternehmen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten dem Münchener Dax-Konzern Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe drohen, hatten Rechtsanwälte Anfang Februar gesagt. Damals war bekannt geworden, dass das US-Justizministerium Ermittlungen gegen Siemens aufgenommen hat.

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