Sechs Fragen an: Satoru Ito
„Es wird zu Fusionen kommen“

Satoru Ito, Chairman und CEO der Renesas Technology Corp., spricht mit dem Handelsblatt über die Zersplitterung in der Halbleiterbranche und die Ausrichtung seines eigenen Unternehmens.

Herr Ito, seit Jahren sagen Experten eine Konsolidierung in der Halbleiterbranche voraus. Obwohl viele Firmen kaum profitabel sind, ist aber bis jetzt nicht viel passiert.

Das stimmt, seit Renesas 2003 als Gemeinschaftsunternehmen von Hitachi und Mitsubishi Electric entstanden ist, hat sich kaum etwas getan. Ich gehe aber davon aus, dass es künftig zu Zusammenschlüssen kommen wird. Einerseits können die Firmen dadurch Größenvorteile erzielen. Andererseits sind auch Synergien möglich. Für uns hat sich der Merger jedenfalls ausgezahlt.

Statt sich zusammenzuschließen, gehen viele Firmen einen anderen Weg: Sie spalten Teile ab und schaffen dadurch noch mehr Wettbewerber.

Man muss jeden Fall genau anschauen. Wenn sich Chipfirmen von Geschäftsfeldern trennen und diese auf eigene Beine stellen, dann wollen sie sich meistens auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Das kann sich durchaus auszahlen.

Bleibt die Chipbranche also so zersplittert, wie sie jetzt ist?

Sicher nicht. In jedem Segment unserer Industrie wird nur eine Hand voll großer Unternehmen übrig bleiben. Das liegt daran, dass sich in Zukunft nur die Marktführer die hohen Ausgaben für die Entwicklung und für die Werke leisten können.

Will Renesas selbst zukaufen?

Nein, nicht in großem Stil. Wir denken nur über kleinere Unternehmen nach, die uns Know-how liefern.

Im Gegensatz zu vielen anderen Konkurrenten setzt Renesas im Wesentlichen auf die Produktion im Hochlohnland Japan. Warum gehen Sie nicht nach China oder Malaysia?

Wir sind in diesen Ländern vertreten. Die eigentliche Arbeit erledigen wir aber zu Hause. Das lohnt sich, weil die Prozesse gut funktionieren und wir moderne Werke haben. Dazu kommt, dass in der Fertigung die Lohnkosten kaum eine Rolle spielen.

Sie betreiben sogar eine Chipfabrik in Landshut. Ist das Werk in Gefahr?

Nein, an Landshut wollen wir nicht rütteln. Dort arbeiten 500 Leute, die Chipkarten für Handys oder Pässe und Ausweise produzieren. Vor allem die Sicherheitsanwendungen sind ein interessantes Geschäft, das wächst. Viele unserer großen Kunden auf diesem Feld sitzen in Europa.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%