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29.04.2008 

Gründer Rosedale weist diese Spekulation im Gespräch mit dem Handelsblatt weit von sich: "Warum sollte so etwas passieren? Wir wachsen weiter mit fünf bis zehn Prozent monatlich und sind profitabel." Detailzahlen veröffentlicht Linden Labs nicht, Branchenkenner schätzen den Umsatz auf 25 bis 30 Mill. Dollar.

Warum er trotzdem zurücktritt? "Weil ich es will. Meine Stärke sind Technologie, Vision und Strategie. Ich bin ein Erfinder, ich baue Dinge. Ich glaube, ich bin nicht die beste Besetzung für den Posten des CEO." In der Tat genießt Rosedale im Silicon Valley als Programmierer einen gewaltigen Ruf: Vor der Gründung von Linden Lab war er maßgeblich am Erfolg des Videoplayer-Unternehmens Real Networks beteiligt.

Zwischen den Zeilen lässt er durchblicken, dass die erste Hälfte des Jahres 2007 nicht leicht war. Nicht, weil die Kunden wegblieben - sondern weil zu viele kamen: "Wir erlebten einen wahnsinnigen Medien-Hype, zu dem wir nichts beigetragen haben. Es gab Zeiten, da ging es nicht mehr darum, die Plattform weiterzuentwickeln, sondern sie am Laufen zu halten." Es war eine merkwürdige Zeit: Weltweit entdeckten Medien die virtuelle Welt und jubelten sie hoch. Nach einem halben Jahr eine Gegenbewegung: Mit einem Mal schrieben Zeitungen und Zeitschriften die Plattform in Grund und Boden. Es gab einen kleinen Bankenskandal, ein TV-Magazin deckte den Handel mit Kinderpornos auf.

Zur gleichen Zeit scheiterten die meisten Versuche von Großkonzernen, in Second Life Fuß zu fassen. Die großen Repräsentanzen von Unternehmen wie Daimler-Chrysler zeichneten sich vor allem durch eines aus: gähnende Leere. "Hätten wir diese Unternehmen aggressiver vor zu hoch gesteckten Erwartungen warnen müssen? Vielleicht. Es gibt einiges, was wir besser hätten machen können", bekennt Rosedale.

Das meint auch Björn Ognibeni: "Es ist ein faszinierendes Konzept", sagt der Head of Consulting der Online-Marketingberatung Trnd: "Aber es ist in seiner Anlage nur für eine relativ kleine Gruppe Menschen interessant." Ihn erinnert das Auf und Ab von Second Life an das Internet im Jahr 2000: "Der große Hype war erstmal vorbei - trotzdem entwickelte sich das Medium weiter."

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