Selbsttest zur Datensicherheit: Wie ich in Ihr Wohnzimmer schaute

Selbsttest zur Datensicherheit
Wie ich in Ihr Wohnzimmer schaute

Angriffe wie der auf die Telekom-Router im Dezember offenbaren die Schwachstellen der vernetzten Welt. Harmlose Gegenstände werden zur Waffe von Kriminellen. Verbraucher und Verkäufer sind oft ahnungslos. Ein Selbsttest.
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DüsseldorfAls ich das Video sehe, fühle ich mich wie ein Krimineller. Fast ein wenig beschämt. Vor mir zeigt ein Live-Bild einen Wohnungsflur irgendwo in Deutschland. Ich sehe Jacken im Schrank, einen Spiegel und ein Gemälde an der Wand. Die Bewohner wissen nicht, dass ein völlig Fremder gerade in ihre Privatsphäre eingedrungen ist. Dabei war das gar nicht schwer. Gereicht hat der Begriff „IP-Cam“ im Suchfeld einer speziellen Suchmaschine und ein Klick auf eins der Suchergebnisse.

Der Wohnungsflur ist nicht das einzige, was ich finde. Ich schaue in Gärten, auf Garagen oder in die Liefereinfahrt eines Geschäftes. Die Suchmaschine listet Geräte auf, die mit dem Netz verbunden sind. Einige davon sind nicht passwortgeschützt und so für jeden zugänglich. Das ist nicht nur gefährlich für die Besitzer. Die IP-Kamera, die da so harmlos den Flur überwacht, ist in den falschen Händen eine Waffe – weil sie mit dem Internet verbunden ist.

Smart Home heißt die Technik, die Verbrauchern das Leben erleichtern soll. Eben mal schnell die Wohnung via Handy-Befehl aufheizen oder die lieben Kleinen per Video-Babyfon im Auge behalten. Schöne, neue, vernetzte Welt. Doch es lauern Gefahren: Das zeigte zuletzt der Angriff auf die Router der Deutschen Telekom im Dezember. Dessen Ziel war nicht, die Besitzer auszuspähen, sondern die Mini-Computer für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Hacker wollten Schadsoftware einschleusen, mit deren Hilfe sie die Router hätten fernsteuern können. Das ist ihnen in diesem Fall nicht gelungen, die Geräte stürzten ab und der Angriff flog auf. Aber in zig tausend anderen Fällen hat es funktioniert.

Die Kriminellen schließen die Geräte zu einem riesigen Botnetz zusammen: Eine ferngesteuerte Armee, mit der zum Beispiel Webseiten tausendfach angefragt werden, bis sie zusammenbrechen. Experten nennen dies einen Distributed Denial of Service (DDos)-Angriff.

Die Attacke lenkte den Blick auf ein unterschätztes Problem: Beim PC und Laptop sind sich Nutzer meist über die Gefahren von Viren und Hackern bewusst. Bei Router, Babyfon oder Kamera eher nicht. Auch Steffen Wendzel, Professor für IT-Sicherheit und Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie, hält die Aufmerksamkeit für die Gefahr von Botnetzen für das Internet der Dinge für zu gering: „Mithilfe solcher Botnetze können nicht nur Unternehmen geschädigt werden, sondern eine massenhafte Überwachung von Personen – am Arbeitsplatz, Unterwegs und zu Hause – und Schädigung von Infrastruktur erreicht werden." Nach der Router-Attacke forderten viele Experten deshalb nicht nur die Hersteller auf, nachzubessern. Auch die Verbraucher sollen sich genauer informieren.

Ich bin einer dieser Verbraucher. Und ich möchte wissen, wie einfach es ist, mich über die Sicherheit von vernetzten Geräten zu informieren. Also schlüpfe ich in die Rolle eines Kunden mit Smart-Home-Ambitionen. Damit bin ich Vorreiter: Gerade einmal drei Prozent der deutschen Haushalt nutzen eine smarte Heizungssteuerung, wie die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GFU) ermittelte. Laut einer Statista-Umfrage sind aber 21 Prozent sehr an Smart Home interessiert, immerhin 39 Prozent zeigen sich interessiert.

Auf meiner Einkaufsliste steht an erster Stelle die sogenannte IP-Cam. Mit der kann ich von unterwegs checken, was da so in meinem Zuhause vor sich geht. Praktisch, ich würde nämlich gerne wissen, was meine Katze so treibt, wenn keiner daheim ist. Ich schaue mich auf der Internetseite eines großen Elektronikhändlers um und entdecke mehrere Angebote in unterschiedlichen Preislagen. Über die Sicherheitsvorkehrungen wie etwa Passwortschutz erfahre ich erst einmal nichts, ich schreibe also dem Kundendienst. Der antwortet: Die WPA-Verschlüsselung sichere die Wlan-Verbindung ab, über Netzwerkkabel könne der Webserver der Kamera über Passwörter gesichert werden. Aber: „Die Sicherheit ist nicht von der Kamera, sondern vom Router und dessen Einstellung abhängig.“

Kommentare zu " Selbsttest zur Datensicherheit: Wie ich in Ihr Wohnzimmer schaute"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel,Grande, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

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