SEN-Sparte
Siemens bestätigt Jobabbau

Der Siemens-Konzern hat den Abbau von tausenden Arbeitsplätzen bei seiner zum Verkauf stehenden Kommunikationssparte SEN bestätigt. Allein in Deutschland würden bis zu 2 000 Stellen gestrichen, weltweit seien es 3 800, hieß es. Doch insgesamt wird sich das Unternehmen von weitaus mehr Mitarbeitern trennen. Betriebsbedingte Kündigungen drohen allerdings nicht so bald.

HB MÜNCHEN. Weitere 3 000 Jobs fielen bei der zum Verkauf stehenden SEN über Weitergabe an Partner oder Auslagerungen weg, davon 1 200 in Deutschland. Der Technologiewandel und der angepeilte Verkauf machen den Schritt nach Einschätzung von Siemens unumgänglich. SEN müsse sich rascher von einem Geräte- zu einem Softwareanbieter wandeln.

Siemens will offenbar den Personalabbau vor der endgültigen Trennung von SEN selbst in der Hand behalten, um ein ähnliches Debakel wie nach dem Verkauf der Handysparte an BenQ zu vermeiden. "Wir werden den beschleunigten Umbau von SEN und den damit verbundenen Sanierungskurs unter der Kontrolle von Siemens beginnen und damit auch sicherstellen, dass die mit der Sanierung einhergehenden Personalmaßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden", erklärte Finanzchef Joe Kaeser. Dabei drückt der Konzern aufs Tempo. "Wir wollen in Deutschland die Verhandlungen über einen Interessensausgleich mit der Arbeitnehmerseite unverzüglich beginnen und hoffen auf einen möglichst schnellen Abschluss, um den Mitarbeitern größtmögliche Sicherheit über ihre Zukunft zu geben", erklärte Personalchef Siegfried Russwurm.

Es sei auch denkbar, dass Siemens bei SEN zunächst ein Joint Venture mit einem strategischen Partner eingehe, sagte Finanzchef Kaeser. Letztendlich werde der Konzern aus dem Geschäft aber ganz aussteigen. Einen konkreten Zeitplan für den Verkauf nannte er nicht. SEN hat nach Kaesers Angaben im vergangenen Geschäfsjahr seinen Verlust vor Steuern auf 602 Mill. Euro von 418 Mill. Euro im Vorjahr ausgeweitet.

Bis September 2009 werde es bei SEN in Deutschland nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen, sagte Russwurm.

Bayerns IG-Metall-Chef geißelte die Pläne als einfallslos. "Bis heute fehlt es an einem offensiven Gesamtkonzept. Nur Personal abbauen und verkaufen ist verantwortungslos. Mit der erreichten hohen Spitzentechnologie, der Kompetenz und zusätzlicher Geduld für absehbare Markterfolge, sind andere Perspektiven für die Beschäftigten möglich", erklärte der Gewerkschafter. Allerdings signalisierte er bereits Verhandlungsbereitschaft. Betriebsrat und IG Metall würden im Rahmen eines Sozialplans auf Umschulungen, interne Jobwechsel und gegebenenfalls Transfergesellschaften für die Betroffenen dringen, hieß es.

Von den Stellenkürzungen und Auslagerungen sei vor allem die SEN-Zentrale in München betroffen, teilte der Konzern mit. Da die Sparte künftig keine eigene Fertigung mehr unterhalten wolle, werde auch das Werk in Leipzig mit seinen 530 Mitarbeitern verkauft. Die 570 Vertriebsmitarbeiter für kleine und mittlere Kunden sollen an einen IT-Anbieter abgegeben werden. Von seinen Werken im griechischen Thessaloniki und im brasilianischen Curitiba mit insgesamt 470 Mitarbeitern werde sich Siemens trennen. Zudem bietet der Konzern seine Auftragscallcenter in weiten Teilen Lateinamerikas mit 1100 Beschäftigten feil.

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