Sender betritt Neuland
Premiere gründet Free-TV

Der Bezahlsender Premiere will zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte einen frei empfangbaren Sender gründen. Grund für die Neugründung von Premiere ist der Plan, künftig alleine die Champions League im Free- und Pay-TV zu verwerten. „Für uns hat ein eigener Free-TV-Sender für Sport und Wetten Vorrang“, sagte Sport-Vorstand Hans Mahr dem Handelsblatt.

BERLIN. Die Münchener haben im August vom europäischen Fußball-Verband Uefa die TV-Rechte für die Champions League von 2006 bis 2009 gekauft. Dabei hat Premiere nicht nur die Rechte für das Bezahlfernsehen, sondern auch für das frei empfangbare Fernsehen erworben. „Der neue Sender wird voraussichtlich noch im ersten Halbjahr an den Start gehen, auf jeden Fall vor dem Start der Champions League“, sagte der frühere RTL-Manager Mahr. Über das Investitionsvolumen wollte Mahr keine Angaben machen. Brancheninsider gehen von einem niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Investment aus.

Für Premiere gibt es allerdings ein Problem. Der Bezahlsender hat sich gegenüber der Uefa verpflichtet, bei einer Ausstrahlung der Spiele im Free-TV mindestens 80 Prozent aller deutschen Haushalte zu erreichen. Das ist aber mit einem neu gegründeten Kanal nicht innerhalb weniger Monate zu schaffen. Deshalb braucht Premiere auch einen starken Kooperationspartner. „Für uns gibt es eine ganze Reihe möglicher Partner wie das Deutsche Sportfernsehen, Eurosport, Tele 5 oder auch andere Sender“, sagte Mahr.

In den vergangenen Monaten hat der Bezahlsender Gespräche über einen Zukauf eines Senders geführt, die allerdings im Sande verlaufen sind. Sowohl Premiere-Chef Georg Kofler als auch EM.TV-Vorstand Rainer Hüther haben einen Verkauf des Deutschen Sportfernsehens (DSF) dementiert. Der profitable Spartenkanal gehört dem Medienunternehmen EM.TV. Zuvor hatte bereits Herbert Kloiber, Eigentümer der Tele-München-Gruppe, Spekulationen widersprochen, er verkaufe seinen Spielfilmsender Tele 5 an Premiere. Der Münchener Kanal erreicht mittlerweile mehr als 80 Prozent der deutschen Haushalte und würde daher wie auch das DSF die Bedingungen der Uefa erfüllen.

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