Sender-Chef Schächter rechnet mit Einnahmeausfall
ZDF erwartet Erhöhung der Gebühren im April

Die geplante Erhöhung der Rundfunkgebühren wird voraussichtlich erst zum April 2005 beschlossen. Davon geht ZDF-Intendant Markus Schächter aus, hieß es gestern aus dem Umfeld des Zweiten Deutschen Fernsehens.

MAINZ. Die Gebührenkommission KEF hatte im Januar vorgeschlagen, die Rundfunkgebühren zum 1. Januar 2005 um 1,09 auf 17,24 Euro zu erhöhen. „Ich plädiere für das, was die KEF vorgeschlagen hat“, betonte Schächter offiziell auf Anfrage des Handelsblatts. Eine weitere Stellungnahme hierzu lehnt er jedoch ab.

Am kommenden Sonntag wollen die Ministerpräsidenten der Länder sowie die Intendanten von ZDF und ARD entscheiden, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt die Gebühren angehoben werden sollen. Die Rundfunkgebühren sollen dann am 6. bis 8.Oktober auf der Ministerpräsidentenkonferenz verabschiedet werden. Ob sich alle Beteiligten einigen, ist aber noch ungewiss. Denn alle Länder müssen den künftigen Rundfunkgebühren zustimmen. Zuletzt hatte Sachsen den Vorschlag der KEF abgelehnt.

Unklar ist auch, ob und zu welchen Einschnitten die ARD bei der Gebührenerhöhung bereit ist oder ob der Sender den Gang zum Bundesverfassungsgericht wählt. Über diese Fragen beraten heute die ARD-Intendanten in Köln. Ein Sprecher der ARD wollte deshalb keine Stellungnahme abgeben.

Eine Verzögerung bei der Gebührenerhöhung um drei Monate bedeutet für die Sender finanzielle Einbußen. Sie erhalten rein rechnerisch sieben Cent weniger als von der KEF geplant. Für das ZDF bedeutet dies, dass die Einnahmen um 45 Mill. Euro geringer ausfallen. Trotz dieser Einbußen rechnet der ZDF-Chef damit, dass der Sender bis zum Jahr 2008 wieder eine schwarze Null schreibt und den derzeitigen Schuldenberg von 211 Mill. Euro abgebaut hat.

Erstmals nach 16 Jahren würde die Mainzer dann wieder Gewinne schreiben. Die Ertragsprognose wagt Schächter, obwohl er den geplanten Zuwachs bei den Nettowerbeumsätzen 2004 von 10 auf 121 Mill. Euro nicht einhalten kann. Als Grund hierfür nannte er, dass sich das ZDF nicht an Rabattschlachten beteiligt habe.

Unterdessen will der Sender künftig transparenter werden: So hat sich das ZDF mit Wirkung zum 1. Oktober verpflichtet, Kooperationen zwischen Fernsehanstalt und Firmen, die als Sponsoren Geld fürs Programm geben, einzuschränken oder deutlich im Abspann von Sendungen zu kennzeichnen. Als Konsequenz hierauf hat der Sender vor kurzem die Zusammenarbeit von den „heute“-Nachrichten und dem Internetdienst T-Online beendet. Sie war heftig umstritten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%