Sender verteidigt Parallel-Übertragungen
ARD vertagt Gebühren-Entscheidung

Die ARD hat die Entscheidung über einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht wegen der geringer als erwartet ausgefallenen Gebührenerhöhung vertagt.

HB FRANKFURT/MAIN. Der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber sagte am Mittwoch nach einer Sitzung der Gremien des Senderverbunds in Frankfurt, dass sich die Intendanten erst auf einer Sitzung im Juni in Bremen mit der Frage befassen wollen, ob Karlsruhe eingeschaltet werden soll.

Zum 1. April ist die Rundfunkgebühr auf Beschluss der Länder um 88 Cent auf 17,03 € im Monat gestiegen. ARD und ZDF hatten jedoch eine Anhebung um 1,09 Cent verlangt, wie sie von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarf der Rundfunkanstalten (KEF) empfohlen worden war. Zu juristischen Schritten gegen das Vorgehen der Ministerpräsidenten gibt es innerhalb der ARD unterschiedliche Meinungen.

Zur Auseinandersetzung mit der EU-Kommission über die Rundfunkfinanzierung sagte Gruber, dass die ARD notfalls in dieser Frage den Europäischen Gerichtshof einschalten werde. Die EU- Wettbewerbshüter haben von ARD und ZDF mehr Transparenz bei der Verwendung ihrer Gebührengelder und bei ihren kommerziellen Aktivitäten verlangt. Bis zum 3. Mai muss die Bundesregierung der EU- Kommission ihre Antwort vorlegen. Nach den Worten Grubers geht die ARD-Stellungnahme noch am Mittwoch an die Ministerpräsidenten der Länder, die für die Medienpolitik zuständig sind.

ARD-Programmchef Günter Struve verteidigte in Frankfurt die parallele Übertragung von Großereignissen in beiden großen öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen. Die ARD will am Freitag das Begräbnis von Fürst Rainier zeigen. Das ZDF hat ebenfalls eine Übertragung angekündigt. Es entstünden dadurch keine Mehrkosten, da solche Sendungen billiger seien als die meisten Wiederholungen, sagte Struve.

Die Parallel-Übertragung der Papst-Trauerfeier habe zugleich die „unterschiedlichen journalistischen Ansätze“ von ARD und ZDF gezeigt, sagte Struve. Das ZDF habe stärker auf die Bilder, die ARD auf mehr Hintergrund gesetzt. Die ARD habe auch die liturgischen Gesänge übersetzt. „Ich denke schon, dass jeder seine journalistische Duftmarke setzen sollte“, sagte der Programmdirektor. Er wies zugleich darauf hin, dass die ARD am vergangenen Samstag die Trauerfeier für Harald Juhnke dem ZDF überlassen habe. Das „Erste“ habe stattdessen die Hochzeit von Prince Charles und Camilla übertragen.

Die ARD teilte weiter mit, dass Kai Gniffke zum 1. Januar 2006 neuer Chefredakteur von ARD-aktuell („Tagesschau“, „Tagesthemen“) in Hamburg wird. Der 44-Jährige wird Nachfolger von Bernhard Wabnitz, der im nächsten Jahr die Leitung des ARD-Studios in Rom übernimmt. Gniffke war bisher Stellvertreter von Wabnitz. Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell wird Thomas Hinrichs (37), derzeit Leiter des ARD- Mittagsmagazins in München.

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