Serie Neue Netzträume: In Deutschland surfen nur 18 Prozent aller Haushalte via DSL, Funk oder Fernsehkabel
Teil 1: Breitband wird in Deutschland wenig genutzt

Ob Internet-Provider, Online-Händler oder Inhalteanbieter: Sie alle hoffen auf den Durchbruch bei schnellen Internetanschlüssen via Breitband. Wenn die Nutzer erst einmal auf der Datenautobahn mit dem Vielfachen der bisherigen Geschwindigkeit unterwegs sind, so lautet das Kalkül, würde sich auch die im Netz verbrachte Zeit erhöhen.

sfu DÜSSELDORF. Statt sich nur übers Internet zu informieren oder mit anderen Surfern zu kommunizieren, wäre dann auch die Masse der Nutzer bereit, regelmäßig Transaktionen online abzuwickeln, glauben Experten: „Einfache Dienstleistungen wie das Bezahlen von Rechnungen könnten komplett im Web ausgeführt werden“, sagt Joachim Grendel, Partner bei der Unternehmensberatung Boston Consulting.

Noch ist Deutschland davon allerdings weit entfernt. Im internationalen Vergleich ist die Breitband-Anschlussdichte gering. Nur 18 Prozent aller Haushalte surfen hier via DSL, Funk oder Fernsehkabel. In Südkorea sind es 76 Prozent, in den Niederlanden immerhin 41 Prozent der Haushalte.

Grund für das schlechte Abschneiden Deutschlands im Ländervergleich ist der fehlende Infrastruktur-Wettbewerb, vor allem in ländlichen Gebieten. In Städten wie Hamburg oder Berlin muss die Deutsche Telekom gegen Konkurrenten wie Arcor, Hansenet oder Versatel bestehen. Die Unternehmen haben in eigene Technik für schnelle DSL-Anschlüsse investiert und müssen nur die so genannte letzte Meile für den Zugang in die Haushalte von der Telekom mieten. Dank niedriger Kosten haben sie in den vergangenen Monaten einen heftigen Preiswettbewerb im DSL-Markt angezettelt. In dünner besiedelten Gebieten lohnt sich für die Telekom-Konkurrenten die Investition in eine eigene Infrastruktur jedoch nicht.

Zudem spielen andere Übertragungstechniken wie das Fernsehkabel, Satelliten oder Funk hierzulande kaum eine Rolle. In anderen Ländern sorgen diese alternativen Übertragungsmöglichkeiten für einen funktionierenden Infrastruktur-Wettbewerb. Deutsche Politiker wie Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) oder CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel fordern nun, die Breitband-Anschlussdichte bis Ende des Jahres auf 50 Prozent zu erhöhen. In der Branche gilt dieses Ziel als unrealistisch.

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