Server-Betrieb
IT-Firmen investieren in riesige Rechenzentren

Die Rechenzentren vieler IT-Firmen sind in die Jahre gekommen. Angesichts der zu leistenden Modernisierung lagern immer mehr Unternehmen den Server-Betrieb an Dienstleister aus, der Trend zum kostensparenden Hostingmodell nimmt zu. Einen weiteren Hoffnungsschimmer sehen die IT-Firmen im Cloud Computing.
  • 2

DÜSSELDORF. Die Gebäude sind unscheinbar, sie sehen aus wie riesige Lagerhallen oder Fabriken. Drinnen lagern aber keine herkömmlichen Güter auf Paletten, sondern empfindliche Daten, die von modernsten Computern blitzschnell rund um die Uhr verarbeitet und zum Kunden gesendet werden. Eher im Verborgenen entstehen zurzeit an vielen Orten der Welt riesige Datencenter, die Tausende von Kunden gleichzeitig bedienen können - ein Geschäft, in das nicht nur die klassischen IT-Konzerne stark investieren.

In den Mega-Rechenzentren stehen auf einer Fläche von 14 000 Quadratmetern 80 000 Server, die rund 1 000 mittelständische Unternehmen mit Rechen- und Speicherkapazität versorgen können. Um deren Aufträge für das sogenannte Hosting buhlen Hewlett-Packard, IBM und Intel sowie neuerdings auch große Sofwareanbieter wie Microsoft.

Der Redmonder Konzern hat im Herbst vergangenen Jahres in einem Industriegebiet in Chicago ein sogenanntes Mega-Rechenzentrum in Betrieb genommen. Dort sind auf einer Fläche von rund 65 000 Quadratmetern zigtausende Netzrechner untergebracht. Sie liefern die Rechenpower für die Suchmaschine "Bing", den E-Mail-Dienst "Hotmail" sowie die neue Cloud-Plattform "Azure".

Container als Daten-Schränke

In dem neuen Microsoft-Rechenzentrum wurden die Server aber nicht wie bisher in einfachen Datenschränken untergebracht. Stattdessen hat der Software-Konzern die Rechner in Containern installiert wie sie auch zum Warentransport genutzt werden. Dadurch lässt sich die Infrastruktur des Rechenzentrums bei Bedarf flexibel erweitern oder reduzieren. Von den insgesamt 56 Container-Stellplätzen im Chicagoer Rechenzentrum sind momentan nur rund ein Dutzend belegt. Schon bald soll die Kapazität jedoch gesteigert werden. Insgesamt will Microsoft rund 500 Mio. Dollar in die Ausrüstung stecken.

Auch für IBM spielt die Zentralisierung der Rechenkapazität eine entscheidende Rolle. Der IT-Riese hat die Zahl seiner Datacenter im vergangenen Jahr drastisch reduziert: von 155 auf fünf der großen IT-Kraftwerke. Das europäische Rechenzentrum steht in Ehningen in der Nähe von Stuttgart. Durch die Konsolidierung habe das Unternehmen die Betriebskosten deutlich reduzieren können, gleichzeitig seien die Hostingkapazitäten drastisch erweitert worden, erläutert ein Unternehmenssprecher.

Seite 1:

IT-Firmen investieren in riesige Rechenzentren

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Server-Betrieb: IT-Firmen investieren in riesige Rechenzentren"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.


  • Gerade Cloud Computing trägt sehr zur Energieersparnis bei, da es die Auslastung der einzelnen Server im Rechenzentrum erhöht, siehe dazu ein aktuelles interview mit Patrick Pulvermüller, dem Geschäftsführer von Hosteurope:
    http://www.softmixx.de/blog/interview/201003/patrick-pulvermueller-virtualisierung-hilft-beim-energiesparen.html

  • ""Die meisten Hoster haben selbst gebaute Server...." Das muss irgendwie anders gemeint sein als es sich liest. Das stimmt genauso wenig wie "Die meisten Spediteure fahren mit selbst gebauten LkWs." Oder verstehe ich das irgendwie falsch....?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%