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11.04.2008 
Übernahmekampf

Showdown der Web-Giganten

von Thomas Knüwer und Axel Postinett

Der Kampf um Yahoo führt zu überraschenden Allianzen. Microsoft verbündet sich mit Rupert Murdochs News Corp., Time Warner unterstützt den angeschlagenen Online-Pionier. Wer sich durchsetzt, ist noch unklar. Fest steht, dass die Branche vor einer Neuordnung steht. Handelsblatt.com zeigt vier Szenarien.

Gelingt es Microsoft Yahoo zu schlucken, könnte der Software-Gigant im lukrativen Geschäft mit Onlinewerbung deutlich zulegen. Foto: ap  Lupe

Gelingt es Microsoft Yahoo zu schlucken, könnte der Software-Gigant im lukrativen Geschäft mit Onlinewerbung deutlich zulegen. Foto: ap

Szenario I: Microsoft setzt sich alleine durch

Microsoft löste das Gezerre um Yahoo erst aus. Der weltgrößte Softwarehersteller legte Ende Januar ein Übernahmeangebot für Yahoo vor, das sich auf rund 41 Mrd. Dollar beläuft. Seither wehrt sich der Internetkonzern mit Händen und Füßen gegen die Avancen Microsofts. Yahoo-Chef Jerry Yang lehnte die Offerte mehrfach als zu niedrig ab und versuchte, andere Käufer oder Partner zu finden, die die Eigenständigkeit des Unternehmens sichern.

Dennoch rechnen die meisten Analysten damit, dass Microsoft zum Zuge kommt. Der Konzern habe genug Geld, um sein Angebot notfalls noch anzuheben, glauben die Experten der Credit Suisse. Und Microsoft-Chef Steve Ballmer hat wiederholt betont, dass die Übernahme von höchstem strategischem Interesse für sein Unternehmen ist.

Der Grund: Microsoft hinkt im lukrativen Geschäft mit Onlinewerbung weit hinter dem Rivalen Google her. Nach Berechnungen des Marktforschers E-Marketer verbucht der Softwarekonzern lediglich rund sieben Prozent der Werbeausgaben im Internet, Google kommt dagegen auf knapp ein Drittel. Durch den Kauf Yahoos könnte Microsoft diese Lücke deutlich verkleinern: Gemeinsam kämen die beiden Unternehmen auf rund 25 Prozent.


Bildergalerie Bildergalerie: Was Microsoft bei einer Übernahme von Yahoo alles gehören würde


Zudem dringt Google immer tiefer in das angestammte Revier Microsofts, den Softwarevertrieb, ein. Google bietet inzwischen eigene Programme für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen an, die kostenlos im Internet genutzt werden können. Dieser Vertriebsweg wird nach Einschätzung von Experten den traditionellen Verkauf von Software-CDs zunehmend ersetzen. Um sich auf das veränderte Umfeld einzustellen, kann Microsoft die Kompetenz der Yahoo-Entwickler gut gebrauchen.

Kein Wunder also, dass Ballmer versucht, den Deal schnell über die Bühne zu bringen. Erst vor wenigen Tagen setzte er dem Yahoo-Management eine Frist bis zum 26. April, um zu einer Einigung zu kommen. Verstreicht die Frist, will Ballmer zu härteren Maßnahmen greifen: Er kündigte an, eigene Kandidaten für den Yahoo-Verwaltungsrat zu nominieren. Damit könnte Microsoft den Widerstand von innen brechen. Dazu braucht der Konzern allerdings die Unterstützung der Yahoo-Aktionäre. Ob er auf diese zählen kann, ist völlig unklar.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die gigantischte aller Varianten.

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