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11.04.2008 

Szenario II: News Corp. und Microsoft gewinnen

Es wäre die gigantischste aller Varianten, die derzeit möglich erscheinen: Microsoft und News Corp. kaufen gemeinsam Yahoo. Sollte es tatsächlich so weit kommen, entstünde ein Verbund von drei der größten Akteure im Internet – selbst Google würde gegen diese Allianz verblassen. Ein Beispiel: Die drei Konzerne ziehen gemeinsam rund 1,2 Mrd. Besucher pro Monat auf ihre Seiten, doppelt so viele wie Google.

Es wäre aber zugleich die undurchsichtigste aller Lösungen: Wer bekommt was? Wer übernimmt die Führung? Werden einzelne Teile aus dem Verbund gelöst?

Sehr wahrscheinlich ist diese Variante nicht. Der Grund ist simpel: Microsoft braucht News Corp. nicht. Der Konzern hat 20 Mrd. Dollar in der Kasse und könnte die Übernahme ohne größere Probleme stemmen. Zudem würde die Integration Yahoos unnötig erschwert, wenn auch noch News Corp. mitmischen würde. Experten rechnen damit, dass allein schon die Integration Yahoos in Microsoft den Web-Konzern ein Jahr lang lähmen könnte.

Dass News-Corp.-Chef Rupert Murdoch dennoch versucht, sich an einer Yahoo-Übernahme zu beteiligen, hat nach Einschätzung von Beobachtern vor allem eine Ursache: Die Konzerntochter Myspace läuft offenbar schlechter als erhofft. Murdoch kaufte das weltgrößte Internet-Netzwerk 2005 für 580 Mill. Dollar. In diesem Jahr dürfte das Netzwerk zwar gut eine Mrd. Dollar Umsatz erzielen und Gewinn abwerfen. Doch der Rivale Facebook holt rasant auf und könnte Myspace in absehbarer Zeit als Marktführer ablösen. Hinzu kommt: Noch ist völlig unklar, ob die sozialen Netzwerke tatsächlich so viele Werbegelder auf sich ziehen können wie von einigen Experten vorhergesagt.

Angesichts dieser Situation wäre der Zeitpunkt für Murdoch günstig, das Netzwerk gewinnbringend in eine Fusion einzubringen. Der Marktwert von Myspace beläuft sich zurzeit auf etwa 15 Mrd. Dollar – noch. „Wenn Murdoch jetzt auf dem Höhepunkt verkaufen und damit gleichzeitig sein Risiko verringern könnte, wäre er sicher zufrieden“, sagt der Medienberater Jeff Jarvis.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Ein technischer Trick.

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