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11.04.2008 

Szenario IV: Yahoo wahrt die Unabhängigkeit

Eigentlich glaubt niemand mehr, dass Yahoo noch allein weitermachen kann. Zwei Akteure könnten allerdings dafür sorgen, dass das Unwahrscheinliche doch noch eintritt: die Kartellbehörden und Bill Gates.

Der Übernahmekampf um Yahoo ist auch für die Wettbewerbshüter eine große Herausforderung. Mit dem Zusammenschluss von Werbevermarktern haben sie sich im Fall von Google und Doubleclick schon beschäftigt. Doch nun wollen sich Unternehmen zusammentun, die Vermarkter und Werbefläche in einem sind. „Wir werden schon die Resultate der kurzzeitigen Test-Allianz von Yahoo und Google sehr genau beobachten“, sagte der Demokrat Herb Kohl, Vorsitzender des Wettbewerbs-Unterkomitees des US-Senats. Die Prüfung der jeweiligen Zusammenschlüsse dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen, eher Monate denn Wochen. Und er fällt in eine wirtschaftlich unruhige Zeit der Konjunkturabkühlung – möglicherweise werden die Karten dann völlig neu gemischt.

Der andere Stolperstein für Microsoft könnte sein eigener Chairman sein. Bill Gates ließ sich im Februar an der Universität Stanford zu einer etwas unbedarften Äußerung hinreißen. Sein Konzern, erklärte er, werde das Angebot für Yahoo nicht erhöhen.

Eine unbequeme Situation: Ein höheres Angebot wäre im Konzert mit News Corp. noch zu rechtfertigen. Legt Microsoft aber allein mehr auf den Tisch, ist sein großer Gründer desavouiert. Und bei kommenden Verhandlungen wäre die Glaubwürdigkeit von Microsoft schwer angekratzt: Ein „Nein“ ist in Redmond ja offensichtlich nicht immer ein „Nein“.

Was aber würde aus Yahoo werden, setzte das Unternehmen sich in seinem Kampf um die Unabhängigkeit durch? Die grundlegenden Probleme wären ja weiterhin nicht einmal ansatzweise beseitigt: Das Unternehmen ist in fast allen Bereichen hinter seinen Wettbewerbern zurück, egal ob Suche, Werbung oder Social Networks. Ob der Schock einer drohenden Übernahme dazu führt, dass diese Probleme angegangen werden, scheint eher fraglich. Früher oder später dürfte Yahoo wieder zum Übernahmekandidaten werden.

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