Bei Siemens
sind in den vergangenen Jahren 1,3 Mrd. Euro in dunklen Kanälen verschwunden. Der Großteil des Geldes ist wohl im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden. Derzeit gibt es 270 Beschuldigte. Ermittelt wird unter anderem gegen den Ex-Finanzvorstand Heinz Neubürger-Joachim und gegen Thomas Ganswindt, der im Zentralvorstand für den korruptionsverseuchten Telekommunikationsbereich zuständig war.
Bei Kleinfeld gibt es hingegen keine Hinweise auf eine Verwicklung in Korruptionsfälle. Er war im Zuge der Affäre Mitte vergangenen Jahres zurückgetreten. Der Aufsichtsrat wollte seinen Vertrag nicht vorzeitig verlängern, daraufhin nahm er verärgert seinen Hut. Kurz zuvor war bereits Pierer unter starkem Druck als Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten.
In Branchenkreisen wird davon ausgegangen, dass Alcoa
vor seiner Berufung nochmals intensiv seine Rolle im Schmiergeldskandal durchleuchtet und keine Hinweise auf eine Verwicklung gefunden hat. Dennoch dürfte auch das deutsche Ordnungswidrigkeitenverfahren in den USA für Aufsehen sorgen.
Kleinfeld droht auch von anderer Seite Ungemach: Kaum bei Alcoa
im Amt, hat er auch dort einen Korruptionsfall auf dem Schreibtisch. Eine Staatsfirma aus Bahrein wirft dem US-Konzern Betrug und Bestechung in großem Stil vor.
Alcoa
wird in einer im Februar 2008 eingereichten Klage beschuldigt, Gelder jahrelang über Drittländer an einen hohen Regierungsbeamten des Golfstaats gezahlt zu haben. Ende März hat das US-Justizministerium Untersuchungen aufgenommen. Allerdings betrifft die Klage der Bahrein-Firma Alba Vorgänge aus den letzten 15 Jahren und fällt damit in eine Zeit, in der Kleinfeld noch bei Siemens
war.

