Siemens konzentriert sich wieder auf Investitionsgüter
Kleinfeld gibt Kosumentengeschäft auf

Mit dem Verkauf seiner Handy-Sparte an den taiwanischen Elektronikkonzern BenQ kehrt Siemens zu seinen Wurzeln zurück. Der Technologiekonzern verabschiedet sich aus dem Endkunden-Geschäft und fokussiert sich nun weitgehend auf Industriegüter. Schon vor einigen Jahren hatten die Münchener ihr notleidendes Computergeschäft und die Haushaltsgeräte ausgegliedert.

HB/jojo MÜNCHEN. Mit dem überraschenden Schritt, sich komplett aus der Handy-Fertigung zu verabschieden, stieß Siemens gestern bei Analysten auf viel Zustimmung. Der Bereich habe ohnehin nicht unbedingt in das Gesamtbild des Industriegüterherstellers gepasst, urteilten die Experten von Independent Research.

Siemens erwirtschaftete seinen Jahresumsatz von zuletzt 75,2 Mrd. Euro schon bisher zum überwiegenden Teil mit Kraftwerken, mit Medizintechnik, als Lieferant für die Autoindustrie und mit Lichttechnologie. In der Öffentlichkeit spielte das Handy-Geschäft allerdings die größte Rolle. Es wurde am stärksten beworben und jedes Jahr kauften sich Millionen Menschen die Mobiltelefone von Siemens.

Noch im vergangenen Sommer hatte Konzernchef Klaus Kleinfeld betont, das Geschäft mit Mobiltelefonen sei für Siemens und die Telekommunikationssparte des Konzerns unverzichtbar. Doch dann brach der Absatz ein, das Geschäft rutschte tief in die roten Zahlen. Das Problem sei ein zu geringes Volumen bei den margenträchtigen Hochpreisgeräten und zu niedrige Preise bei den Billiggeräten, gestand schließlich Spartenchef Lothar Pauly. Das niederschmetternde Resultat: Im abgelaufenen Quartal verlor Siemens jeden Tag mit seinen Handys anderthalb Millionen Euro.

Die Wirkung der horrenden Verluste in der Öffentlichkeit war katastrophal: „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass das einstige Aushängeschild das ganze restliche Geschäft überschattet“, sagte gestern Kleinfeld. Selbst die Mitarbeiter in anderen Konzern-Teilen seien frustriert gewesen, weil die schlechten Zahlen im Mobilfunk ihre guten Resultate in den Schatten gestellt hätten.

Doch das war nicht der einzige Grund, sich von den Handys zu trennen. Kleinfeld hatte sich Ende April verpflichtet, im gesamten Konzern für bessere Zahlen zu sorgen. Kleinfeld: „Ich stehe persönlich dafür ein, dass alle Unternehmensteile innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate auf Linie sind.“ Mit den hohen Verlusten im Handy-Geschäft war das nicht zu schaffen.

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