Am Freitag hat Siemens
sieben Manager ernannt, die künftig als so genannte "General Counsel" tätig sind. Sie stehen auf einer Ebene mit den Chefs und den Finanzvorständen der Sparten und Regionen. Drei Manager ziehen dabei in die Führungsspitze der zu Jahresbeginn neu geschaffenen Sektoren ein: Andreas Hoffmann in den Industriesektor, Ulrich Bauer in den Sektor Energie und Robert Kirschbaum wird General Counsel der Medizinsparte. Weitere drei Manager übernehmen diese Funktion in den Regionalorganisationen Amerika, Europa und Asien und einer in München.
Pikantes Details: Andreas Hoffmann hat Solmssen von seinem ehemaligen Arbeitgeber General Electric
(GE)
abgeworben. Dort ist Hoffmann noch als General Counsel für das Deutschlandgeschäft zuständig. Solmssen arbeitete bis vergangenen Sommer selbst für die Amerikaner, ehe er als erster Vorstand für Recht und Compliance in den Siemens
-Vorstand
einzog. GE
ist für Solmssen das Vorbild dieses Umbaus. Der US-Konzern hat eine ähnliche Organisation schon vor 30 Jahren eingeführt. Auch andere US-Firmen haben ihre Juristen an solch einflussreichen Positionen platziert.
Dass die Korruption bei Siemens
überhaupt eine Chance hatte, ist nach Ansicht von Solmssen auch darauf zurückzuführen, dass die Verantwortung im Konzern über zu viele Schultern verteilt war. Doch das soll sich jetzt ändern: Die neu bestellten General Counsel berichten direkt an ihn. Insgesamt beschäftigt Siemens
weltweit rund 600 Juristen. Im Vergleich zu GE
ist das nicht viel. Der größte Industriekonzern der Welt hat fast 2 000 Anwälte auf seiner Gehaltsliste.
Mit der Stärkung seiner Hausjustiziare wirbt Siemens
auch um Vertrauen bei Anlegern und setzt ein Zeichen gegenüber der amerikanischen Börsenaufsicht. Nach Ansicht der Analysten von JP Morgan
sind die Untersuchungen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre eine der größten Belastungen für den Aktienkurs. Darüber hinaus könnten Siemens
weitere hohe Strafzahlungen der US-Behörden drohen, fürchten die Experten.

