Signale aus der Flimmerkiste hauchen Batman und Barbie Leben ein – Spielzeugindustrie im Technikrausch
Wenn der Fernseher die Puppen tanzen lässt

Kaum hat Batman den Zündschlüssel seines Batmobils gedreht, ertönt ein lautes Brummen. Nicht nur auf dem Bildschirm sondern auch beim Modellauto davor startet der Motor, leuchten die Scheinwerfer. Das ist keine Zauberei, sondern schlicht Veil-(Video Encoded Invisible Light)-Technologie.

NEW YORK. Sensoren am Spielzeug erkennen Lichtsignale aus dem Fernsehprogramm, und schon tun Batman und Co, was ihnen die Röhre befiehlt. Mattel, weltgrößter Hersteller von Spielgerät, lässt gemeinsam mit Warner Bros. die Puppen tanzen und hofft, damit die Schlacht auf dem Spielzeugmarkt zu gewinnen. Gemeinsam präsentierten sie die Neuheit auf der Branchenmesse Toy Fair in New York.

Batman ist längst nicht der einzige, der den Sprung von der Mattscheibe ins Wohnzimmer schafft. Auch Barbie wird lebendig und singt zum eigenen Film, die Stoffkatze Serafina miaut dazu und wedelt mit dem Schwanz. Für Mattel ist das keine Spielerei sondern ernsthafte Erfolgsstrategie. Zu viele Marktanteile gingen an die Videoindustrie verloren, da auf den Wunschzetteln amerikanischer Kinder immer häufiger Videospiele stehen. Auf 11 % summierte sich deren Absatzplus im vergangenen Jahr in Nordamerika. Ein harter Schlag für die 21 Milliarden Dollar schwere US-Spielzeugindustrie: Drei Jahre lang stagnierten laut Marktforscher NPD Group ihre Umsatzzahlen bevor sie 2003 sogar um drei Prozent zurückgingen.

Die Hersteller traditioneller Spielzeuge machen die Not zur Tugend und koppeln ihre Puppen elektronisch an erfolgreiche TV- und DVD-Produktionen. „Wer sich dieser Entwicklung nicht anschließt, lässt sich die Butter vom Brot nehmen“, prophezeit Chris Byrne, Berater der Spielzeugindustrie aus New York. „Innovation ist für uns alles“, sagt Matt Bousquette, der bei Mattel für Boys zuständig ist.

Auch die Konkurrenz setzt auf Technik. Hasbro, die Nummer zwei auf dem Markt, baut seiner Kampffigur „G.I. Joe“ einen Mikrochip ein, der Joe’s Lippen beim Sprechen bewegt und seine Gesichtszüge der Stimmlage anpasst. Der kleine Kämpfer wurde auf der Toy Fair erstmals zum Filmstar – auf einer eigens von Paramount Home Entertainment für ihn produzierten DVD. „Kinder sind heute Multimedia- Konsumenten, und wir wollen ihnen ein Rundum-Erlebnis bieten“, sagt Brian Goldner, Präsident von Hasbro US Toys.

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