Sinkende Auflagen
Werbeflaute setzt Zeitungen zu

Sinkende Auflagen und ein schwächelnder Anzeigemarkt machen den deutschen Zeitungen zunehmend zu schaffen. Experten zufolge ist dies ein schlechtes Zeichen für die gesamte Wirtschaftsentwicklung.

HB BERLIN. In den ersten fünf Monaten des Jahres sei das in den vergangenen Jahren noch gestiegene Anzeigenvolumen wieder leicht zurückgegangen, teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Dienstag in Berlin mit. In diesem Jahr erwarte man Umsätze und Anzeigenvolumen aus Werbung noch etwa auf dem Niveau von 2007. Die Auflagen von Tages- und Wochenzeitungen gingen in den ersten drei Monaten 2008 zudem um 1,8 Prozent zurück. Vor allem die regionalen Tageszeitungen verlieren. Aber auch das vergangene Jahr sei insgesamt nicht zufriedenstellend verlaufen, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. „2007 hat Stabilität gebracht - aber auch nicht mehr.“

Der Werbemarkt gilt auch als früher Hinweisgeber für die Wirtschaftsentwicklung, die sich nach Expertenschätzungen im zweiten Halbjahr deutlich abschwächen wird. Zwischen Januar und Mai 2008 legten so zwar die Stellenanzeigen um über 14 Prozent zu, was ein Spiegelbild der Entwicklung am Arbeitsmarkt ist. Dagegen gingen die Anzeigen von lokalen Geschäften und dem Einzelhandel um zwei Prozent zurück. Einen deutlichen Rückgang verzeichneten auch Immobilien-, Kfz- und Reiseanzeigen. Allerdings macht sich hier dem BDZV zufolge auch bemerkbar, dass Anzeigen zunehmend in die Online-Angebote der Medien wechselten. Daher verstärkten auch die Zeitungsverlage ihr Internetangebot.

Entschieden wandte sich Wolff gegen Pläne der Deutschen Post für eine Gratiszeitung. Die Post habe zurzeit schon eine Monopolstellung auf dem Markt und werde etwa bei der Umsatzsteuer vom Staat begünstigt, der auch größter Anteilseigner der Post sei. „Das wäre ein Skandal“, sagte Wolff zu den Plänen des Unternehmens. Widerstand kündigte der Verband zudem gegen Überlegungen der EU an, dass etwa bei Autowerbung ein Fünftel des Anzeigen-Platzes für Angaben zur Umweltverträglichkeit reserviert bleiben müsste. Dies würde Wolff zufolge zu einem Einbruch auf dem Auto-Werbemarkt mit einem Umsatz von rund 500 Mill. Euro für die Zeitungen führen.

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