Sinkende Margen
Vodafone dreht an der Kostenschraube

Der nach Umsatz weltgrößte Mobilfunkanbieter will die Zügel bei den Kosten weiter anziehen. Grund: Der Wettbewerbsdruck hält in Europa an, und Vodafone sieht auch keine Entspannung an den hart umkämpften europäischen Märkten.

HB LONDON. Die Preise würden wegen des Wettbewerbs und regulatorischen Gebührensenkungen weiter unter Druck bleiben, sagte der Europachef Vittorio Colao am Freitag auf einer Investorenkonferenz in London, wo es um die beiden größten Vodafone-Märkte Großbritannien und Deutschland ging. Die Aktien des Konzerns gingen auf Talfahrt und lagen zeitweise mehr als vier Prozent im Minus.

Großbritannien und Deutschland sind nicht nur die größten Märkte für Vodafone, sondern auch die wettbewerbsintensivsten. In beiden Märkten sind die Gewinnmargen unter Druck. In den fünf Monaten bis Ende Februar sank die Brutto-Marge Vodafones in Großbritannien auf 26,8 von 30,8 Prozent im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende September und lag damit unter den Markterwartungen. Vodafone machte Preissenkungen dafür verantwortlich, mit denen im umkämpften und gesättigten Markt um neue Kunden geworben wird. Der Service-Umsatz - ohne Geräte - sei im Januar und Februar dank des Kundenzuwachses mit 4,8 Prozent hingegen besser ausgefallen als mit 3,3 Prozent im vorangegangen Quartal. Im Deutschland seien die Service-Umsätze im vierten Quartal 2006/2007 (bis Ende März) um sechs Prozent gefallen, nach 4,3 Prozent im Quartal zuvor.

Dem harten Wettbewerb im Mobilfunk will Vodafone nicht nur mit Einsparungen trotzen. Der Konzern sucht sein Heil auch im Festnetzgeschäft. Deswegen ist auch ein Verkauf der deutschen Tochter Arcor vorerst vom Tisch. Zudem sucht sich Vodafone Expansionsmöglichkeiten in Schwellenländern und will etwa die indische Hutchison Essar übernehmen.

Deutschland-Chef Friedrich Joussen hatte im Gespräch mit Reuters einen weiteren Preisrutsch bei den Gesprächsminuten angekündigt. Potenzial sieht er im Geschäft mit Datendiensten und im schnellen Internet über das Festnetz, hatte er gesagt.

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