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Sinkende Nachfrage: Apple ordert weniger iPhone-Bauteile

Apple hat laut einem Zeitungsbericht die Bestellungen von Bauteilen für sein neues iPhone 5 wegen niedrigerer Nachfrage gesenkt. Neben Bildschirmen sind auch andere Komponenten betroffen.

Der Konzern hat für das laufende Quartal nur halb so viele Bildschirme bestellt wie ursprünglich geplant. Quelle: Reuters
Der Konzern hat für das laufende Quartal nur halb so viele Bildschirme bestellt wie ursprünglich geplant. Quelle: Reuters

New YorkApple hat laut einem Zeitungsbericht die Bestellungen von Bauteilen für sein neues iPhone 5 wegen niedrigerer Nachfrage zurückgefahren. So seien für das laufende Quartal nur halb so viele Bildschirme geordert worden wie ursprünglich geplant, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag unter Berufung auf informierte Personen. Auch Bestellungen für andere Komponenten seien gekappt worden.

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Berichte über niedrigere Apple-Order bei Zulieferern tauchen zwar immer wieder auf und bedeuten oft nicht so viel: Zum Teil werden die Aufträge manchmal nur umgeschichtet, zum anderen können gleichzeitig schon Komponenten für neue Modelle bestellt werden. Diesmal brachten die Quellen der Zeitung den Rückgang aber direkt mit einer schwächer als erwartet ausgefallenen Nachfrage in Verbindung.

Die wichtigsten Akteure bei Apple

  • Tim Cook

    Apple-Gründer Steve Jobs holte den Computermanager Tim Cook 1998 zu Apple und vertraute ihm die Führung des operativen Geschäfts an. Der Südstaatler mit der weichen Stimme ordnete die Produktions- und Vertriebskette radikal neu und machte Apple zu einer effizienten Geldmaschine, die Jobs’ kühne Visionen umsetzen kann. Im August 2011 übernahm der heute 51-jährige Cook permanent die Konzernführung. Er setzte eigene Akzente: Apple ist merklich offener in der Kommunikation geworden, auch was die Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Zulieferern angeht. Ein revolutionäres Produkt wie das iPhone hat er bislang aber nicht vorstellen können.

  • Jony Ive

    Der britische Designer Jonathan „Jony“ Ive stieß schon Anfang der 90er-Jahre zu Apple. Doch erst als Jobs 1997 wieder die Führung übernahm, blühte Ive voll auf. Seine Abteilung bekam größere Räume in einem Hochsicherheitstrakt des Hauptquartiers und die Lizenz zum Experimentieren. Aus Ives Labor stammen Innovationen wie die aktuellen Notebooks aus einem Stück Aluminium sowie das schlichte Design von iPhone, iPad und Mac. Viele Beobachter sehen am ehesten Ive als Jobs-Nachfolger, was die Zukunftsvisionen angeht. In seiner aktuellen Rolle als Verantwortlicher für das Design von Geräten wie auch der Software kommt er dieser Führungsrolle nahe.

  • Eddy Cue

    Der Manager ist „Feuerwehrmann“ für brenzlige Angelegenheiten. Der Chef der iTunes-Plattform musste bereits den schlecht gestarteten Speicherdienst MobileMe retten – und machte die funktionierende iCloud daraus. Er soll auch die misslungenen Apple-Karten fit machen und den oft kritisierten persönlichen Assistenten Siri verbessern. Schon 2011 bekam Cue die Führung des gesamten Bereichs Internet-Software und Dienste übertragen. Damit ist er Chef über den iTunes Store, den App Store und den Büchershop iBooks. Mit dem Online-Speicher iCloud zeichnet er für einen Schlüsselbereich für die Zukunft von Apple verantwortlich.

  • Phil Schiller

    Der „Senior Vice President“ für Marketing übernimmt stets die Präsentation der neuen Geräte – vom iPhone 5 bis zum iPad mini. Alle neuen erfolgreichen Produkte von Apple sind unter Schillers Regie vermarktet worden. Firmenchef Tim Cook tritt bei Produktvorstellungen meist in den Hintergrund und überlässt die Präsentation Schiller.

Die Zahlen für das Weihnachtsgeschäft, die Apple am 23. Januar vorlegt, werden jetzt noch etwas spannender. Bisher war erwartet worden, dass der Konzern mit dem iPhone 5 seine Position im Smartphone-Markt deutlich verbessern kann. Zuvor hatte der wichtigste Rivale Samsung den Abstand stark vergrößern können. Im dritten Quartal kam fast jedes dritte weltweite verkaufte Computer-Telefon von Samsung, während Apple bei einem Marktanteil von rund 15 Prozent lag.

Laut Marktforschern treiben derzeit immer stärker günstigere Smartphones den Absatz an. Samsung hat davon mehrere Modelle im Angebot, zudem werden die chinesischen Rivalen ZTE und Huawei mit ihren billigen Computer-Handys vor allem im Heimatmarkt immer stärker.

Die größten Handyhersteller

  • Markt im Wandel

    Der Handy-Markt ist im Umbruch: Smartphones verdrängen einfache Mobiltelefone, Samsung gelingt es am besten, sich auf diesen Trend einzustellen. Dagegen kommt kein anderer an – weder Nokia, die einstige Nummer 1, noch Apple mit seinem iPhone.

  • Samsung

    Samsung ist inzwischen mit deutlichem Abstand die Nummer 1: Der südkoreanische Hersteller verkaufte im dritten Quartal 2012 knapp 98 Millionen Geräte, wie der Marktforscher Gartner berichtet. Das entspricht einem Marktanteil von 22,9 Prozent. Auch im lukrativen Smartphone-Markt ist der Konzern gut aufgestellt, er setzte 55 Millionen Geräte ab.

  • Nokia

    Der einstige Weltmarktführer Nokia lässt Federn. Im dritten Quartal 2012 verkaufte er nur noch 82 Millionen Handys (19,2 Prozent Marktanteil). Im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 105 Millionen Geräte. Darunter waren laut Gartner aber nur 7,2 Millionen Smartphones, die deutlich mehr abwerfen als die Günstig-Handys.

  • Apple

    Apple verkaufte im dritten Quartal 23,6 Millionen Smartphones, ein deutlicher Zuwachs von mehr als 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Handymarkt hält Apple 5,5 Prozent Marktanteil, im lukrativen Smartphone-Markt sogar 13,9 Prozent.

  • Research in Motion

    Der Blackberry-Hersteller Research in Motion steckt ebenso wie Nokia tief in der Krise. Die Kanadier setzten im dritten Quartal 2012 rund 9 Millionen ihrer E-Mail-Maschinen ab, rund ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil bei den Handys ist auf 2,1 Prozent geschrumpft, bei den Smartphones sind es immerhin noch 5,3 Prozent.

  • Sonstige

    Der Handymarkt ist schwer umkämpft, Traditionsunternehmen wie Aufsteiger buhlen um die Gunst der Käufer. Der chinesische Hersteller ZTE verkaufte im dritten Quartal 16,7 Millionen Geräte (3,9 Prozent Marktanteil), Huawei 12 Millionen Handys (2,8 Prozent). LG wurde 14 Millionen Geräte los (3,3 Prozent), die Google-Tochter Motorola 8,6 Millionen (2 Prozent), dicht gefolgt von HTC mit 8,4 Millionen.

Auch Nokia machte zuletzt die Erfahrung, dass sich ihre günstigen Asha-Modelle, die Internet-Funktionen auf relativ einfache Handys bringen, deutlich besser verkauften als die teuren Lumia-Smartphones. Im vergangenen Quartal standen rund 4,4 Millionen abgesetzten Lumias mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone 8 etwa 9,3 Millionen Asha-Geräte gegenüber. Samsung verkauft pro Quartal stabil mehr als 50 Millionen Smartphones aller Klassen.

Apple kam zuletzt im dritten Quartal, das von dem Warten auf das iPhone 5 geprägt war, auf rund 26 Millionen Geräte. Das Weihnachtsgeschäft ist traditionell die beste Zeit für Apple mit dem bisherigen Rekordabsatz von 37 Millionen iPhones 2011.

Apple hatte das iPhone 5 dünner und schlanker als die Vorgängermodelle gemacht und ihm erstmals seit dem Start 2007 einen größeren Bildschirm mit einer Diagonale von 4 Zoll (gut 10 cm) spendiert. Samsung ist allerdings mit Smartphones mit noch größeren Displays erfolgreich.



 

  • 14.01.2013, 09:41 Uhr129kona95

    Vielleicht kommt aber auch etwas völlig Neues?

  • 14.01.2013, 09:21 Uhrnachrichtensindwertlos

    Diesen Artikel bzw. "Nachrichtenwert" habe ich heute fast
    wortgleich bei zahlreichen Medienhäusern lesen dürfen.
    Warum also soll man als Konsument für solche News bezahlen?

  • 14.01.2013, 08:04 UhrPeterPan

    Solange keine absoluten Zahlen bekannt sind, ist das nichts als Kaffeesatzleserei. 'weniger' oder 'mehr' kann vieles bedeuten.

    Vielleicht wird, wie beschrieben, umgeschichtet, weil man die Produktion auf ein iaphone 5S im Frühjahr umstellt? Noch vor kurzem wurden in China Sonderschichten gefahren, um überhaupt genügend Geräte in den Handel zu bekommen.

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