SIS
Siemens-Sparte sieht Kündigungswelle kommen

Der Siemens-Konzern möchte die Sparte IT-Solutions and Services (SIS) gerne ausgliedern. Den Mitarbeitern schmeckt das aber gar nicht. Die Angestellten befürchten nun zahlreiche betriebsbedingte Kündigungen.
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HB MÜNCHEN. Die Beschäftigten der Siemens-Sparte IT-Solutions and Services (SIS) fürchten wegen der geplanten Ausgliederung betriebsbedingte Kündigungen in größerem Umfang. "Nach aller Logik bleibt wohl keine andere Lösung als betriebsbedingte Kündigungen. Wir werden mit einer vierstelligen Zahl rechnen müssen", zitierte die Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" aus Arbeitnehmerkreisen von Siemens. In Deutschland hat die IT-Sparte inklusive der Töchter knapp 11 000 Beschäftigte, weltweit sind es rund 35 000. Bei Siemens war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Mit Einschnitten beim Personal sei voraussichtlich schon vor der für Anfang Juli avisierten rechtlichen Abspaltung der Sparte zu rechnen, hieß es. Andernfalls würde die neue SIS durch die Restrukturierungsmaßnahmen belastet. Ein sozialverträglicher Jobabbau, etwa über Altersteilzeitregelungen, komme angesichts der in der Sparte bereits früher durchgeführten Umstrukturierungen und der daraus resultierenden Altersstruktur kaum infrage.

Betriebsbedingte Kündigungen bei SIS wären nach heutigem Stand die ersten bei Siemens seit Ausbruch der Wirtschaftskrise, hieß es in dem Bericht. Bislang hatte der Konzern Kündigungen durch Kurzarbeit sowie sozialverträglichen Stellenabbau vermieden. Ein Sprecher sagte der Zeitung, betriebsbedingte Kündigungen blieben die letzte Alternative, wenn sonst keine andere Lösung gefunden werden könne. Der Konzern hatte angekündigt, die Sparte bis zum 1. Juli 2010 in eine rechtlich eigenständige Einheit umzuwandeln. Der Konzern prüfe alle Optionen, von einer Partnerschaft bis zu einem Börsengang, hatte Siemens - Finanzchef Joe Kaeser erklärt. Die Sparte sei nicht wettbewerbsfähig genug und müsse auf Branchen und Regionen fokussiert und neu strukturiert werden.

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