Sky und die Bundesligarechte
Ein Jubiläum ohne Feierlaune

Die Konkurrenz im Kampf um die Bundesliga scheint für den Marktführer Sky so groß wie nie. 25 Jahre, nachdem der Pay-TV-Sender erstmals eine Partie live übertrug, muss Sky um sein wichtigstes Zugpferd bangen.

UnterföhringIm Jahr des Jubiläums geht es für Sky Deutschland um alles oder nichts. Die Fußball-Bundesliga schreibt in wenigen Wochen die Medien-Rechte aus – und kein anderes Unternehmen der Branche ist davon so abhängig wie Deutschlands größter Pay-TV-Anbieter. Ohne „Alle Spiele, alle Tore“, wie Sky sein umfangreiches Bundesliga-Programm bewirbt, drohen dem chronisch defizitären Unternehmen massive Probleme.

„Wir verteidigen, was wir haben“, sagte Sky-Chef Carsten Schmidt im vergangenen Jahr während eines Kongresses in Köln. Bei einem seiner eher raren Auftritte in der Öffentlichkeit erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung zur Rechtevergabe: „Man bekommt mit der Zeit eine gewisse Gelassenheit, ohne es zu unterschätzen.“

An der Bedeutung der Bundesliga für das Unternehmen besteht kein Zweifel. Die Sky-Führung ist sich „im Klaren, wie wichtig Fußball ist“, sagte Schmidt der „Süddeutschen Zeitung“. „Wahrscheinlich ist unsere Verbindung zum Fußball viel intensiver und enger als die jedes anderen Unternehmens in Deutschland.“

Die 612 Live-Spiele pro Saison und die beliebten Konferenzschaltungen der beiden Ligen sind der Kern des Geschäfts. Immerhin war Sky unter dem alten Namen Premiere (bis 2009) der Vorreiter für Bundesliga-Fußball im Pay-TV. Am 2. März 1991 übertrug der Abonnement-Sender erstmals ein Spiel live – den 4:3-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den späteren Meister 1. FC Kaiserslautern. Premiere-Gründer waren der Medienkonzern Bertelsmann, der französische Bezahlsender Canal Plus und der Münchner Filmhändler Leo Kirch. Sie wollten mit 400 Spielfilmen im Jahr und Live-Übertragungen von Bundesliga-Spielen Pay-TV auch in Deutschland profitabel machen.

Doch das Angebot von öffentlichen und privaten Fernsehsendern in Deutschland ist breit – zu wenige Zuschauer wollten auch noch Geld für ein Abo-TV bezahlen. Bertelsmann und Canal-Plus stiegen aus. Premiere häufte Verlust auf Verlust, und 2002 ging der in Milliardenhöhe überschuldete Kirch-Konzern Pleite.

Premiere wurde zwar gerettet, ein Börsengang spülte 2005 frisches Geld in die Kasse. Aber kurz darauf unterlag der Sender im Kampf um die Bundesliga-Rechte gegen den Neuling Arena – die Aktie verlor sofort die Hälfte ihres Werts. Arena kam schließlich nicht in die Gänge und ließ Premiere die Bundesliga über Kabel, 2007 auch wieder über Satellit verbreiten. Die Zahlen blieben dennoch rot.

Der Medienunternehmer Rupert Murdoch baute seine Anteile aus: Der Sender wurde in Sky umbenannt, 2013 übernahm Murdoch die Mehrheit. Heute hat Sky in Deutschland und Österreich 4,5 Millionen Kunden und setzt 1,8 Milliarden Euro im Jahr um. Unter dem Strich steht aber immer noch ein Verlust – im vergangenen Halbjahr 47 Millionen Euro.

Von 1998 an übertrug Premiere drei Bundesligapartien pro Spieltag, je eines am Freitag, Samstag und Sonntag. Zwei Jahre später hieß es erstmals „Alle Spiele, alle Tore“: Premiere zeigte alle Partien des Spieltages und startete zudem die Konferenz-Schaltung. Unterbrochen wurde die Bundesliga-Berichterstattung von Premiere/Sky nur durch das letztlich gescheiterte Arena-Gastspiel in der Saison 2006/2007.

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Die Konkurrenz wird stärker

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