Smartphone-Hersteller
Blackberry macht Milliardenverlust

Für Blackberry geht es weiter rasant bergab: Der Smartphone-Hersteller verbuchte im dritten Quartal ein gigantisches Minus. Eine Partnerschaft mit Foxconn soll dem kanadischen Konzern wieder auf die Beine helfen.
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TorontoBlackBerry rennen die Kunden in Scharen davon und bringen den Smartphone-Pionier immer stärker in die Bredouille. Das kanadische Unternehmen verkaufte im dritten Quartal lediglich 4,3 Millionen seiner einst weltweit dominierenden mobilen Alleskönner - 1,6 Millionen Stück weniger als noch in den drei Monaten zuvor. Zum Vergleich: Im abgelaufenen Quartal wanderten 33,8 Millionen iPhones von Apple über die Ladentische. BlackBerrys Kundenschwund führte zu einer milliardenschweren Abschreibung auf den Wert der Lager und unter dem Strich zu einem Verlust von 4,4 Milliarden Dollar. Im Vorjahr stand noch ein magerer Gewinn in der Bilanz. Nun soll eine Partnerschaft mit dem weltgrößten Produzenten von elektronischen Produkten, Foxconn, der auch für Apple arbeitet, für neuen Schwung sorgen.

Die in New York notierte Aktie gab vorbörslich sieben Prozent nach. Am Donnerstag war sie mit 6,25 Dollar aus dem Handel gegangen. Zu ihren besten Zeiten 2008 hatte die Aktie 148 Dollar gekostet.

Foxconn und BlackBerry, die eine fünfjährige Kooperation vereinbart haben, wollen als erstes ein Smartphone für Indonesien entwickeln und dies im April auf den Markt bringen. Danach sollen weitere Schwellenländer folgen. Ob im Rahmen der neuen Zusammenarbeit auch Gelder fließen, ist nicht bekannt.

BlackBerry hatte erst kürzlich beschlossen, sich doch nicht mehr um einen Käufer zu bemühen, sondern eigenständig wieder auf die Beine zu kommen - offenbar aufgrund fehlender Offerten. Dies dürfte aber trotz einer Geldspritze in Höhe von einer Milliarde Dollar von Langzeit-Investoren wie dem Großaktionär Fairfax Financial schwer werden.

Während Rivalen wie Samsung und Apple auf dem hart umkämpften Smartphone-Markt weiterhin hervorragende Geschäfte machen, entpuppen sich die BlackBerry-Geräte trotz aller Bemühungen zusehends als Ladenhüter. Der Marktanteil bricht weiter ein und auch bei der einst sicheren Kundenbank - den Geschäftsleuten - sind BlackBerrys ersetzlich geworden. Da half es nichts, dass sich das Unternehmen die Soulsängerin Alicia Keys als Kreativdirektorin ins Boot holte und seine neuen Modelle mit viel Tamtam weltweit bewarb. Der Umsatz brach im abgelaufenen Quartal bis Ende November um 56 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar ein.

Im November hatte der Konzern den deutschen Chef Thorsten Heins nach weniger als zwei Jahren im Amt vor die Tür gesetzt und engagierte stattdessen den Software-Spezialisten John Chen. Dieser kündigte nun an, den Sparkurs fortzusetzen. Längst steht fest, dass jeder Dritte der knapp 13.000 Mitarbeiter gehen muss. Zugleich gab sich Chen zuversichtlich, dass dem Konzern angesichts seiner Bargeld-Reserven die Kehrtwende gelingt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hiermit bewerbe ich mich offiziell für den Chef-Posten bei Blackberry. Nach so vielen Versagern und Fehlentscheidungen kann ich nicht mehr länger zuschauen, wie dieses Unternehmen komplett an die Wand gefahren wird und wie Quartal für Quartal Milliarden von Dollar verbrannt werden. Da es mir um Sache geht, sind meine Gehaltsvorstellungen minimal: Eigenes, kleines, ruhiges Büro sowie einen Smart als Firmenwagen. Statt Gehalt nehme ich Taschengeld- soviel, das es für eine ruhige 1-Zimmer-Whg. und Essen reicht. Mehr brauche ich nicht. Bei Blackberry braucht es ein Reset und Neuanfang mit völlig anderer Strategie. Das Marketing ist von Vorgestern. Also bitte zeitnah melden ! Freue mich!

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