Smartphone-Hersteller
HTC wechselt Finanzvorstand aus

Im Wettbewerb mit Apple, Samsung und Nokia ist HTC unter Druck geraten und wechselt jetzt seinen Finanzvorstand aus. An dem für viel Geld mehrheitlich übernommenen Lautsprecher-Spezialisten Beats will HTC aber festhalten
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BerlinNach mehreren schwachen Quartalen hat der taiwanische Smartphone-Hersteller HTC seinen Finanzvorstand ausgewechselt. Nach nur einem Jahr wurde Winston Yung mit einer anderen Aufgabe in der Konzernentwicklung betreut. Als Nachfolger wurde Chia-Lin berufen, der zuletzt Investmentbanker bei Goldman Sachs war und auch schon für Motorola gearbeitet hat. Das Unternehmen nannte keine Gründe für den Wechsel.

Nach der Personalentscheidung vom Montag versicherte Vorstandsvorsitzender Peter Chou am Mittwoch, dass HTC an der engen Zusammenarbeit mit dem Lautsprecher-Hersteller Beats Electronics festhalte - dieses Unternehmen hat HTC unter Mitwirkung Yungs im vergangenen Jahr für 300 Millionen Dollar übernommen. „HTC und Beats haben bei Innovationen und Markenstärke eindrucksvolle Fortschritte erzielt“, betonte Chou.

Zuvor hatten US-Medien wie das Internet-Portal „Engadget“ berichtet, dass die von Chung vorangetriebene Übernahme von Beats By Dr. Dre sich bislang kaum ausgezahlt habe. Die Verbindung der neuen HTC-Smartphones der
Modellreihe One mit den Lautsprechern von Beats sei „ein eindeutiges Zeichen unserer Verpflichtung zu dieser Partnerschaft“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung Chous, in der er sich gegen die kritischen Presseberichte wandte.

Mit den in diesem Monat eingeführten Smartphones der Modellreihe One will HTC wieder Marktanteile hinzugewinnen. Die Boom-Branche wird zurzeit von Apple und Samsung dominiert. Nokia, der Weltmarktführer bei Handys insgesamt, ist bei Smartphones zuletzt unter Druck geraten, will nun aber mit seinen Windows-Geräten der Marke Lumia wieder aufholen.

HTC setzt sowohl auf das Google-System Android als auch auf die Windows-Plattform. Mit der zunehmenden Bedeutung von Innovationen bei der Software sind die Chancen der Smartphone-Hersteller begrenzt, sich mit Besonderheiten der Hardware von der Konkurrenz abzusetzen.

Im ersten Quartal dieses Jahres fiel der Nettogewinn von HTC um 70 Prozent niedriger aus als im gleichen Vorjahreszeitraum, auf den niedrigsten Wert seit 2006. Der Umsatz ging gleichzeitig um 35 Prozent zurück. Die Börse reagierte auf den Wechsel im Vorstand mit deutlichen Kursabschlägen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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