Smartphone-Markt in Japan

Apple und Google im Visier der Wettbewerbshüter

Die Herren der Smartphone-Welten geraten nun auch in Asien unter Druck. Japans Regierung feuert einen Warnschuss auf sie ab. Besonders Apple dürfte aufhorchen, denn Japan ist einer der wichtigsten iPhone-Märkte.
Japan ist einer der wichtigsten iPhone-Märkte weltweit. Quelle: AP
Vor einem Apple-Store in Tokio

Japan ist einer der wichtigsten iPhone-Märkte weltweit.

(Foto: AP)

TokioJapans Regierung feuert einen Warnschuss auf die Betreiber der größten Handyplattformen der Welt ab: Ein Bericht des Ministeriums für Handel, Wirtschaft und Industrie (Meti) wirft Apple und Google vor, dass ihre Kontrolle der Vertriebswege den Wettbewerb im App-Markt für Smartphones untergräbt.

Angriffe der Wettbewerbshüter sind die amerikanischen Riesen schon gewohnt. Doch dies ist der erste Versuch, die Bezahlsysteme der Plattformbetreiber aus dem Blickwinkel des Wettbewerbsrechts anzugehen. Die Mitwirkung der japanischen Anti-Monopolkommission gibt dem Report besondere Brisanz.

Neues iPhone, neue Smartwatch und ein Nintendo-Klempner
Super Mario erstmals fürs Smartphone
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Es war die Super-Überraschung des Abends: Super Mario kommt aufs Smartphone. Der japanische Spiele-Spezialist Nintendo kündigte am Mittwoch überraschend das Spiel „Super Mario Run“ zum Auftakt eines Apple-Events in San Francisco an. Die Neuigkeit überbrachte den begeisterten Gästen in der Halle Super-Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto persönlich.

Quelle: dpa

Trendwende bei Nintendo
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Nintendo gibt damit seine jahrelange Zurückhaltung weiter auf – lange Zeit bot der Konzern seine Spiele grundsätzlich nur für die eigenen Spielekonsolen an.

„Die beliebteste Spielekonsole der Welt“
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Inzwischen spielen aber immer mehr Menschen die günstigen bis kostenlosen Smartphone-Games. Das Nintendo-Geschäft steht unter Druck. Im Sommer war bereits mit „Pokemon Go“ einer Nintendo-Beteiligung ein Smartphone-Hit gelungen.

Neues iPhone
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Mit dem iPhone 7 präsentierte Apple-Chef Tim Cook auch das neueste Smartphone des Kult-Herstellers aus Cupertino.

Außen bleibt fast alles beim Alten
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Das wichtigste Produkt des Konzerns präsentiert sich in der neuesten Ausführung in fast unverändertem Design. Dafür ...

Innen ist vieles neu
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...wurde die Technik im Inneren des Geräts deutlich erneuert, wie Marketingchef Phil Schiller am Mittwoch in San Francisco sagte. So sei die Kamera verbessert worden. Außerdem...

Gut geschützt
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...soll das Gerät nun deutlich besser vor Wasser geschützt werden.

Sauer scheint den Japanern vor allem aufzustoßen, wie Apple und Google die Bezahlmethoden und die Preise vorschreiben, die die App-Entwickler verlangen können. Dies allein verstößt nach Ansicht der Autoren noch nicht gegen die japanische Anti-Monopolgesetzgebung, aber könne zur einer Eliminierung von Wettbewerbern führen, berichtet Nikkei aus dem Report.

Schleppende Suche nach Belegen für Machtmissbrauch

Ein anderer Kritikpunkt sind die Gebühren, die Apple für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs verlangt. Dieses System wurde zwar vom größten Mobilnetzbetreiber Japans, NTT Docomo, für die erste kommerziell erfolgreiche mobile Internetplattform i-Mode entwickelt. Doch während die Japaner sich mit einem Zehntel des Kaufpreises begnügten, verlangt Apple 30 Prozent für seine Dienste. Diese und andere Praktiken können nach dem japanischen Wettbewerbsrecht als Missbrauch der Marktposition gelten, sagen die Autoren.

Mit dem Report ist noch nicht gesagt, dass Japans Wettbewerbshüter auch offizielle Verfahren einleiten werden. Aber er ist ein weiterer Schritt im Kampf der Anti-Monopolkommission gegen die globalen Herren der Smartphone-Welten.

Schon voriges Jahr hat die Kommission eine Arbeitsgruppe gegründet, die stichfeste Belege für Machtmissbrauch von Apple beim Verkauf seiner Smartphones sammeln soll. Dieser Prozess verläuft schleppend, da sich Japans Netzbetreiber nicht in die Bücher gucken lassen. Aber die Kommission drängt die Industrie dennoch, ihre Praktiken zu ändern.

In einem ersten Schritt erklärten die Wettbewerbshüter Anfang August in neuen Richtlinien, welche Praktiken sie im japanischen Markt als problematisch ansehen. Die Richtlinien nennen Apple und Google zwar nicht ausdrücklich, gelten Experten aber als Kampfansage an die amerikanischen Plattformbetreiber. Tatsächlich machte die Kommission schon in ihrer Zusammenfassung daraus kaum ein Geheimnis.

Vor allem Apple hat viel zu verlieren
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