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Smartphones: Hewlett-Packard fordert mit Palm-Kauf Apple heraus

Jahrelang galt der amerikanische Smartphone-Pionier Palm als Übernahmekandidat. Jetzt kauft der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) das verlustreiche Unternehmen. Damit fordert HP auch Apple heraus.

Palm-Chef Jon Rubinstein bleibt trotz der Übernahme wahrscheinlich im Amt. Quelle: dpa
Palm-Chef Jon Rubinstein bleibt trotz der Übernahme wahrscheinlich im Amt. Quelle: dpa

HB SAN FRANCISCO. Palm gehört künftig zum Hewlett-Packard-Konzern. Der Kaufpreis beträgt etwa 1,2 Mrd. Dollar. Palm hat im vergangenen Jahr vergeblich versucht, mit dem Palm Pre die wirtschaftliche Wende zu schaffen. Dieses technisch anspruchsvolle Smartphone konnte sich nur mit Mühen gegen die massive Konkurrenz des iPhones, des Blackberrys und der Handys mit dem Google-Betriebssystem Android behaupten.

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Der für das Consumer-Geschäft zuständige HP-Manager Todd Bradley kündigte am Mittwoch an, der neue Besitzer werde massiv in die Palm-Technik investieren. Hewlett-Packard sei auch daran interessiert, die Palm-Technik mit dem Betriebssystem WebOS für andere mobile Geräte wie einen Tablet-Computer zu nutzen. Damit könnte HP den iPad-Hersteller Apple herausfordern.

Wenn die Transaktion voraussichtlich im Juli abgeschlossen wird, soll der jetzige Palm-Vorstandschef und ehemalige Apple-Manager Jon Rubinstein seine Position behalten. Die Palm-Zentrale in Sunnyvale liegt in der Nähe des HP-Firmensitzes Palo Alto. Jon Rubinstein sagt, er freue sich auf die Zusammenarbeit. Der Manager war vor drei Jahren von Apple herübergewechselt. Rubinstein gilt nicht nur als Erfinder des Musikspielers iPod, sondern hatte auch später die Entwicklung des Handys iPhone verantwortet.

Der Kaufpreis von einer Milliarde Dollar in bar bewertet eine Palm-Aktie mit 5,70 Dollar. Das liegt zwar 23 Prozent über dem Schlusskurs vom Mittwoch mit 4,63 Dollar, aber weit unter der höchsten Bewertung im vergangenen Jahr mit 18,09 Dollar. Der Analyst Ken Dulaney vom Marktforschungsinstitut Gartner sagte, sowohl Käufer als auch die Höhe des Preises seien überraschend. Er habe eher mit einer Übernahme durch den Blackberry-Hersteller RIM und mit einem Preis von weniger als 500 Mio. Dollar gerechnet.

In der Vergangenheit wurde eine Vielzahl möglicher Interessenten für Palm genannt - darunter Dell, Microsoft, Nokia und Motorola. Zuletzt war der Computer-Hersteller Lenovo als der einzig größere Interessent aus Asien gehandelt worden. Die jetzt von beiden Seiten vereinbarte Übernahme ist Dulaney zufolge das beste Ergebnis, mit dem die Palm-Aktionäre hätten rechnen können. Zu diesen gehört auch die Private-Equity-Firma Elevation Partners, die von 2007 bis 2009 nahezu ein Drittel des Palm-Kapitals erwarb, zu einem Preis von 460 Mio. Dollar. Elevation bekommt nun einen Erlös von 485 Mio. zurück.

Beide Seiten hätten dem Vorhaben bereits zugestimmt, teilten die Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. HP will den Zukauf bis Ende Juli abschließen.

Die Palm-Aktie sprang nachbörslich 28 Prozent in die Höhe, während HP-Papiere zwei Prozent nachließen.

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