Smartphones
Motorola an die Macht

Lenovo will Motorola zum Smartphone-Marktführer machen. Die Thinkpad-Strategie zu wiederholen, ist aber zu kurz gedacht. Verbraucher bewerten die Marken in Deutschland, den USA und China unterschiedlich. Ein Gastbeitrag.
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KölnDer Plan von Liu Jun ist, wenn nicht größenwahnsinnig, zumindest überaus ambitioniert. Er will die im vergangenen Jahr von Google erworbene Marke Motorola zur größten Smartphone-Marke der Welt machen. Der Chef der Mobil-Sparte von Lenovo will wiederholen, was seinem Unternehmen mit den Thinkpad-Notebooks schon gelungen ist: einer aufgekauften alten, bekannten Marke zu neuem Glanz und schließlich zur Marktführerschaft verhelfen. Jun verkauft seine Vision mit großen Worten, der YouGov-Markenmonitor BrandIndex zeigt den Status Quo – und die fallen gemischt aus.

Motorola ist in Deutschland die schwächste der im Brandindex untersuchten Handymarken. Lediglich Blackberry wird in Einzeldimensionen noch schwächer bewertet. Immerhin erreicht Motorola auf der von -100 bis +100 Punkten reichenden Skala mit +6 Punkten ein leicht positives Gesamtimage, doch seit 2013 stagniert der Wert unterhalb von +8 Punkten. Der Trumpf, auf den Liu Jun setzt: der Bekanntheitsgrad. 84 Prozent der repräsentativ von YouGov Befragten kennen Motorola. Der Abstand zur Spitze des Marktsegments mit Nokia (90 Prozent) und Samsung (91) ist damit geringer als zu Asus oder HTC mit jeweils nur 68 Prozent Bekanntheitsgrad. Dennoch: Wer Asus oder HTC kennt, bewertet diese Marken deutlich besser als Motorola-Kenner Motorola.

Das gilt allerdings nicht in den USA. Dort steht Motorola in der Gesamtwertung deutlich besser da, mit jeweils etwa fünf Punkten Abstand nach oben zum iPhone und nach unten zu HTC. An der Spitze rangiert hier aber Samsung mit deutlichem Abstand. Nokia und Blackberry lässt Motorola jenseits des Atlantiks ebenfalls hinter sich. Anders als in Deutschland ist die Muttermarke Lenovo in den USA deutlich schlechter angesehen als Motorola. Insofern könnten die Analysten Recht haben, die Motorola als Schlüssel für Lenovo sehen, über die USA die westlichen Märkte zu erschließen. Das kann eine sinnvolle Strategie sein, muss aber nicht funktionieren. Außer der Bekanntheit ist das Motorola-Image z.B. in Deutschland mittlerweile relativ diffus. Klare Stärken fehlen.

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Der Trumpf: Thinkpad-Notebooks

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