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Smartphones: Schlange stehen für den Leichenschmaus bei Palm

Palm gilt als großer Wegbereiter des Smartphones. Doch nun steht das amerikanische Unternehmen vor einer Zeitenwende. Palm bietet sich selbst zum Verkauf an - und die Interessenten könnten Schlange stehen, was nicht an der Hardware liegt.

Jon Rubinstein, Chef des Smartphone-Herstellers Palm. Quelle: Reuters
Jon Rubinstein, Chef des Smartphone-Herstellers Palm. Quelle: Reuters

HB DÜSSELDORF. Der Smartphone-Hersteller Palm hat das Ende des Wegs erreicht. Das verlustreiche Unternehmen stellt sich nach einem Bericht der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg selbst zum Verkauf. Gerüchte über einen solch verzweifelten letzten Ausweg gibt es bereits seit geraumer Zeit, nachdem Palm einfach nicht aus den roten Zahlen kommt - und das trotz eines sprunghaft gestiegenen Absatzes nach multifunktionalen Handys. Aber der inoffizielle Erfinder des Smartphones und digitaler Organizer ist es bislang nicht gelungen, an frühere große Zeiten anzuknüpfen.

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Jetzt soll Palm, wie etwa das gut informierte Branchen-Blog Zdnet meldet, bereits das Bankhaus Goldman Sachs und den Investment Banker Frank Quattrone damit beauftragt haben, den Verkauf des Unternehmens unter Dach und Fach zu bringen.

Zuletzt musste Palm im dritten Geschäftsquartal ein Minus von 22 Mill. Dollar verkünden. Auf den ersten Blick konnte Palm damit zwar seinen Vorjahresverlust von 98 Mill. Dollar eindämmen. Das gelang aber nur durch spekulative Finanzgeschäfte. Konzernchef Jon Rubinstein räumte auch ein, dass die Leistung des Unternehmens in den drei Monaten bis Ende Februar "sehr enttäuschend" gewesen sei. "Aber das Potenzial von Palm bleibt hoch." Das sehen inzwischen nicht nur die Anleger so, sondern auch die Kunden.

Folge: Die Geräte liegen wie Blei in den Regalen der Händler - das gilt auch für den letzten großen Wurf des Unternehmens: den Palm Pre, der mit seinem berührungsempfindlichen Bildschirm nicht erhoffte Wende bringen konnte. Daran änderten auch die durchweg guten Kritiken von Experten nichts. Rubinstein musste die Prognose zusammenstreichen.

Das generelle Problem von Palm liegt auf der Hand. Der Kleincomputer-Pionier droht, von Branchengrößen erdrückt zu werden. Palm verliert anhaltend Marktanteile. Apple setzte im wichtigen Weihnachtsgeschäft neunmal so viele seiner iPhones ab. Auch RIM mit seinen Blackberrys spielt in einer ganz anderen Liga - von dem taiwanesischen Konkurrenten HTC ganz zu schweigen, der vor allem mit seiner Kooperation mit dem Suchmaschine-Riesen Google stark im Kommen ist.

  • 12.04.2010, 19:50 UhrAnonymer Benutzer: Jonas

    850 Millionen für Palm ? Man müsste verrückt sein. Und das auch noch mit der begründung, es geht ums betriebssystem. Hey, WebOS ist inkompatibel zu PalmOS, und das ist kein Wunder, denn PalmOS war so grausam schlecht entworfen, daß man es auch nicht kompatibel weiterentwicklen konnte. Selbst Windows 1.0 war besser designt.

    Nein, es hat seinen Grund, warum Palm pleite ist, und es gibt keinen Grund, sich die Leiche in den Keller zu holen.

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