Software aus einer Hand
Sparkassen bündeln IT

Die Sparkassen werden ihre IT-Dienstleistungen künftig aus einer Hand anbieten. Sie rechnen mit Einsparungen von etwa 200 Millionen Euro pro Jahr. Auch die technische Unterstützung soll sich für die Banken durch den Schritt verbessern.

FRANKFURT. Die 446 öffentlich-rechtlichen Sparkassen in Deutschland werden zukünftig ihre IT-Dienstleistungen zusammenlegen. Gestern wurde in Frankfurt offiziell die Fusion der Sparkassen Informatik (SI) und der Hannoveraner FinanzIT zur neuen Finanz Informatik rückwirkend zum 1. Januar 2008 beschlossen. Den Fusionsaufwand bezifferte SI-Chef Fridolin Neumann, der Mitte August voraussichtlich zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung der neuen Gesellschaft gewählt wird, auf 450 Mill. Euro. Ab dem Jahr 2010 würden dann die wirtschaftlichen Vorteile überwiegen und spätestens ab 2012 sollen jährliche Einsparungen von gut 200 Mill. Euro realisiert werden.

Die Zahl der Rechenzentren im Sparkassen-Finanzverbund ist in den vergangenen zehn Jahren von ursprünglich zehn IT-Einheiten auf jetzt nur noch eine geschrumpft, zuletzt schlüpfte die bayerische IZB Soft unter das Dach der Frankfurter SI. Die Verdichtung ging einher mit einer deutlichen Verringerung der Standorte, monatelang lieferten sich SI-Geschäftsleitung und die Gewerkschaft Verdi eine verbissen geführte Auseinandersetzung. Auch die letzte Fusionsrunde zwischen FinanzIT und SI kostet noch einmal rund 1 400 Stellen, mit laufenden Einsparprogrammen und neuen Maßnahmen werden Ende 2012 dann noch rund 4 500 Mitarbeiter in der neuen Gesellschaft beschäftigt sein. Dabei soll laut Neumann auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden.

Heinrich Haasis, Präsident des bundesweiten Sparkassenverbandes, bezeichnete die Zusammenlegung der Informationstechnik als ganz wichtigen Schritt, der die Finanzgruppe "beflügeln" werde. Damit spielte er auf die wesentlich schwierigere Konsolidierung unter den öffentlich-rechtlichen Landesbanken an. Hier sind vor allem die Überlegungen zu einer "Süd-Landesbank" aus BayernLB und Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) schon recht weit gereift, intern rechnet der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bei einer Fusion von zwei Instituten dieser Größe mit Einsparungen von rund 500 Mill. Euro. Dies könne etwa durch "Zusammenlegung der Stabsfunktionen und zentralen Vertriebseinheiten sowie der Bereiche Produktion und Kapitalmarktgeschäft" erreicht werden, heißt es in einer vertraulichen Präsentation.

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