Software-Branche
Kronos kommt in neue Hände

Sie verdienten gut mit Kronos, in den vergangenen Jahren ließen sich die Eigner Hellman & Friedman Dividenden in Milliardenhöhe ausbezahlen – nun wollen sie sie den Softwarespezialisten offenbar verkaufen.
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New YorkIn der US-Softwarebranche bahnt sich ein neuer Milliardendeal an: Zwei Finanzinvestoren loten Insidern zufolge den Verkauf des auf Software spezialisierten Unternehmens Kronos aus. Der Wert der Firma könnte bei mehr als vier Milliarden Dollar liegen, berichteten mehrere mit den Vorbereitungen vertraute Personen in der Nacht zum Donnerstag gegenüber Reuters. Die Kronos-Eigner Hellman & Friedman und JMI Equity führten bereits erste Gespräche mit anderen Private-Equity-Firmen wie KKR, TPG und Bain Capital. Attraktiv wäre das Unternehmen, das auf Software für die Personalsteuerung spezialisiert ist, aber vor allem für die Software-Giganten SAP und Oracle, die sich bislang aber zurückhielten, sagten die Kenner. Hellman & Friedman habe die US-Investmentbank Morgan Stanley mit der Suche nach einem Käufer beauftragt, sagten zwei der Personen. Kronos habe im Jahr 350 Millionen Dollar operativen Gewinn (Ebitda) erwirtschaftet. Die genannten Unternehmen wollten keine Stellungnahme abgeben oder waren nicht erreichbar.

Eine der größten Transaktionen in der US-Softwarebranche ging im Mai über die Bühne: Ein Konsortium um die Finanzinvestoren Bain Capital und Golden Gate Capital schluckte den amerikanischen SAP-Konkurrenten BMC für knapp sieben Milliarden Dollar.

Unternehmenskunden aus über 100 Ländern nutzen die Software-Pakete von Kronos. Vorteil des Geschäftsmodells: Die breite Kundenbasis und die stetig sprudelnden Einnahmen aus Abo- und Wartungsgebühren für die Programme bescheren Kronos nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's ein stabiles Umsatz- und Ebitda-Wachstum. Die Finanzfirmen Hellman & Friedman sowie JMI Equity legten 2007 für Kronos 1,8 Milliarden Dollar auf den Tisch und nahmen das Unternehmen von der Börse. Später nutzten die neuen Besitzer die hohe Ertragskraft von Kronos und entzogen der Firma insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Dollar, die sie sich als Dividenden auszahlen ließen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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