Software
Ex-Chef verteidigt SAP-Strategie

SAP gibt sich nach dem Kauf von Sun durch Konkurrent Oracle betont gelassen. Ex-Chef Henning Kagermann will keine Vorteile für Oracle nach dem Kauf des Serverherstellers erkennen. Auch Wochen nach der Transaktion sind sich die Experten uneinig über die Folgen.

FRANKFURT. Auch wenn Oracles jüngster Zukauf im Hardware-Geschäft bei Branchenkennern die Sorgen anheizt, SAP könnte den Anschluss verlieren - die SAP-Zentrale in Walldorf gibt sich gelassen. "Es gibt heute ganz wenige, die auf allen Ebenen wirklich die Besten sind. Ich habe in den letzten 20 Jahren jedenfalls keinen gesehen, der durch eine vertikale Integration Vorteile hatte", sagte Henning Kagermann, vor wenigen Tagen ausgeschiedener SAP-Chef, dem Handelsblatt.

Kagermann spricht zwar weiterhin für SAP, der erfahrene IT-Manager und Technologieberater der Bundesregierung steht mit seiner Skepsis aber nicht alleine. Auch Wochen nach der Übernahme des Server- und Software-Anbieters Sun durch Oracle streiten sich Experten über die Folgen der Transaktion.

Oracle kann künftig die gesamte vertikale Kette anbieten, beginnend von der Hardware über Software zur Steuerung der Systeme bis hin zu Anwendungen wie etwa Buchhaltung. Oracle-Chef Larry Ellison denkt sogar darüber nach, künftig Netbooks, abgespeckte Laptops, auf den Markt zu bringen. Skeptiker verweisen auf das margenschwache Hardware-Geschäft, das die traditionell hohe Rendite von Oracle belasten könnte. Auch sei der Aufbau eines erfolgreichen Komplettanbieters eine enorme Herausforderung. Andere sehen dagegen die Übernahme mit Blick auf das Zukunftsthema Cloud-Computing positiv. Der Begriff beschreibt den Trend, dass Programme und Daten nicht mehr auf Rechnern bei den Nutzern liegen, sondern aus einem Netz von Servern abgerufen werden, der "Wolke". "Neben einer großen installierten Kundenbasis gewinnt Oracle vor allem ,State-of-the-Art?-Hardware-Technologie und Rechenzentrumskapazität hinzu, die auch im Hinblick auf die Cloud-Strategie interessant sein dürfte", glaubt Lynn Thorenz vom IT-Beratungs-Unternehmen PAC.

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