Software-Konzern
Oracle enttäuscht maßlos

Der Software-Konzern Oracle bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der Umsatz legte um magere zwei Prozent zu. Für das enttäuschende Abschneiden nannte Oracle zunächst keine Gründe.
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Redwood Shores / BostonWährend das Geschäft beim deutschen Software-Konzern SAP zuletzt glänzend lief, schwächelt der US-Erzrivale Oracle überraschenderweise: Das vom streitbaren Milliardär Larry Ellison geführte Unternehmen verfehlte im zweiten Geschäftsquartal (September bis November) deutlich die Erwartungen der Analysten und hat auch die eigenen Ziele für das zweite Quartal nicht erreicht. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel etwa zehn Prozent auf 26,15 Dollar.

Der Umsatz legte um magere zwei Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar zu (6,7 Milliarden Euro). Börsianer sind hier prozentual zweistellige Sprünge von Oracle gewohnt. Doch der Konzern konnte die Verkäufe von Software-Lizenzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum kaum noch steigern; das zugekaufte Geschäft mit leistungsstarken Firmenrechnern schrumpfte sogar. Der Hardware-Umsatz sei in dem am 30. November zu Ende gegangenen Quartal um 14 Prozent auf 953 Millionen Dollar gefallen, teilte das Unternehmen weiter mit. Hier war Oracle davon ausgegangen, einen unveränderten oder bis zu maximal fünf Prozent niedrigeren Wert zu erzielen.

Unterm Strich stieg der Gewinn dank Einsparungen immerhin noch um 17 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.

Oracle nannte zunächst keine Gründe für das enttäuschende Abschneiden. Möglicherweise schlagen sich die Unsicherheiten der Schuldenkrise nieder.

Der Ausblick auf das laufende dritte Quartal sorgte für schlechte Stimmung bei den Anlegern. Der Anstieg beim Verkauf neuer Software dürfte zwischen null und zehn Prozent liegen, teilte Oracle mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit sieben Prozent gerechnet. Der Umsatz bei Hardware wird dem Unternehmen zufolge um fünf bis 15 Prozent sinken. Hier rechneten Analysten mit einem Minus von lediglich 0,5 Prozent.

Oracle hat als weltgrößter Anbieter von Datenbanken viele Kunden in der gebeutelten Finanzwelt sitzen. Der Konzern konnte die Anleger nicht einmal mit der Ankündigung beruhigen, für weitere fünf Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Das treibt üblicherweise den Kurs.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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