Software-Konzern
Oracle sackt nach schlechten Zahlen ab

Der erstarkte Dollar und der komplizierte Wandel in die „Cloud“ machen dem SAP-Konkurrent Oracle zu schaffen. Die Quartalszahlen enttäuschten die Wall Street, die Aktie litt.
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Redwood ShoresDer Software-Konzern Oracle hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Markterwartungen verfehlt. Die Aktie verlor am Mittwoch nachbörslich acht Prozent. Der SAP-Konkurrent verbuchte in dem Ende Februar abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang von 1 Prozent auf 8,96 Milliarden Dollar (6,92 Mrd Euro). Der Gewinn stagnierte bei 2,5 Milliarden Dollar.

„Das ist nicht knapp daneben. Das ist richtig daneben“, sagte Michael Turits von Raymond James zu den Zahlen. Der Nettogewinn stagnierte bei 2,5 Milliarden Dollar. Bereinigt verdiente Oracle 65 Cent je Aktie, erwartet worden waren 66 Cent. Besonders problematisch ist der Rückgang der neuen Lizenz- und Abo-Einnahmen um 1,8 Prozent auf 2,33 Milliarden Dollar. Sie sind ein zentraler Indikator für die künftige Geschäftsentwicklung. Auch der erstarkte Dollar-Kurs habe Probleme gemacht.

Das US-Unternehmen verwies am Mittwoch nach Börsenschluss auch auf eine teils schwache Leistung seiner Vertriebsmannschaft, die zuletzt massiv aufgestockt worden war. Oracle-Aktien fielen nachbörslich um acht Prozent. „Wir müssen feststellen, dass die Vertriebsleute zum Teil nicht genug Biss hatten“, sagte Oracles Finanzchefin Safra Catz. Daher seien Abschlüsse in das Folgequartal aufgeschoben worden.

In der Unternehmens-IT setzt immer stärker ein Wandel hin zu Cloud-Diensten ein, bei denen Software und Daten direkt aus dem Netz laufen. Oracle versucht, diese Welle auch mit Milliarden-Zukäufen zu reiten. Der Umsatz mit Diensten aus dem Netz habe sich allein im vergangenen Quartal verdoppelt, betonte Oracle-Manager Mark Hurd. Allerdings setzt auch SAP massiv auf Cloud-Anwendungen und ging dafür ebenfalls mehrere große Übernahmen ein. Zudem gibt es starke Konkurrenz von immer mehr kleineren, stark spezialisierten Rivalen.

Das Geschäft mit Hardware - Oracle hatte 2010 den Server- Spezialisten Sun Microsystems übernommen - bleibt schwer unter Druck. Der Umsatz des Bereichs fiel im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf 671 Millionen Dollar. Konzernchef Larry Ellison kündigte noch für diesen Monat die Markteinführung neuer Server mit dem „schnellsten Mikroprozessor der Welt“ an. Damit liefen Datenbanken zehn Mal so schnell wie mit dem Vorgängermodell, versprach er.

Für das laufende vierte Quartal sagte Oracle einen Zuwachs zwischen einem und elf Prozent bei neuen Software-Lizenzen und Internet-basierten Diensten voraus. Die Hardware-Sparte dürfte sich allerdings nicht erholen. Für das laufende Vierteljahr sagte der Konzern einen weiteren Rückgang zwischen zwölf und 22 Prozent voraus.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Vielleicht sollte sich die tolle Finanzchefin mal auf die Ebene der Vertriebsleute herabbegeben. Dann würde sie mit Schrecken feststellen dass "Big O" mittlerweile ein Tanker wurde der nicht mehr steuerbar ist. Einen Provisionsplan anzufertigen den nur diplomierte Mathematiker verstehen ist es was ich "zuwenig Biss" nenne. Firmen zu überhehmen nur um Wachstum vorzuweisen ist der dümmste Weg. Hat O jemals seine Kunden gefragt? Jeder der bei Big O arbeitet/mal das Vergnügen hatte weiss es doch. Es geht um die private Eitelkeit von Larry und dass er es nicht verkraftet SAP nachzulaufen. Diesem Ziel muss sich alles unterordnen. Da zu behaupten der Vertrieb habe nicht genug Biss ist frech, überheblich, arrogant und sehr dumm. Wer will denn, wenn man heute ein paar Jahre Erfahrung mitbringt, in diesem Laden arbeiten? Wer kann denn als Key Accounter noch den Überblick behalten was wo bei seinem Kunden läuft? Das ist die Frustration die dann zu Fehlern in Ergebnissen führt. Die Machtlosigkeit und die innere Kündigung. Sorry Big O, der Fisch stinkt hier eindeutig vom Kopf weg. Und noch eine Wahrheit behauptet sich bei Oracle "Size matters"

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