Software-Konzern
SAP feiert Party mit leisen Misstönen

Die SAP-Chefs haben leichtes Spiel: Bei der Hauptversammlung loben die Aktionäre Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe für die starken Zahlen. Mit den Gehältern der Manager sind sie allerdings nicht einverstanden.
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MannheimDer Software-Hersteller SAP feierte sich bei der Hauptversammlung selbst – und die Aktionäre störten die Party kaum. „Es ist Gelegenheit, einmal Glückwunsch zu sagen“, lobte etwa Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz am Dienstag in Mannheim. 2012 habe der Konzern das beste Ergebnis der Firmengeschichte erzielt, es sei „absolut außerordentlich“. „Man kann ganz vieles nur loben“, pflichtete Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bei. Kritisch sahen die Anleger vor allem die schwache Entwicklung der Profitabilität und die hohen Vorstandsgehälter.

Große Kontroversen waren vor der Aktionärsversammlung nicht zu erwarten gewesen. Denn im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte der weltgrößte Hersteller von Software zur Unternehmenssteuerung einen Rekordumsatz von 16,22 Milliarden Euro erwirtschaftet. Nicht so gut entwickelte sich das Betriebsergebnis, das wegen kräftiger Investitionen um 17 Prozent auf 4,06 Milliarden Euro sank – einer der wenigen Kritikpunkte auf der Hauptversammlung. Die Profitabilität sei auf der Strecke geblieben, sagte Benner-Heinacher.

Die Entwicklung der vergangenen drei Jahre zeige trotzdem, dass SAP die richtige Strategie verfolge, sagte Co-Chef Jim Hagemann Snabe. Das Unternehmen habe sich besser als der Markt und auch besser als der größte Wettbewerber entwickelt – damit meinte er den US-Konzern Oracle, ohne ihn ausdrücklich zu erwähnen. Auch der Aktienkurs habe sich hervorragend entwickelt, er stieg seit 2010 um 90 Prozent.

Als wichtigste Wachstumsfelder nannte der Däne Lösungen für mobile Geräte wie Smartphones und Tablet-Computer, die Datenbank-Technologie Hana, die komplexe Berechnungen deutlich beschleunigt, sowie das sogenannte Cloud Computing, bei dem Anwendungen über das Internet bezogen werden. Das Geschäft mit diesen Online-Diensten hatte SAP in den vergangenen Jahren mit milliardenschweren Übernahmen gestärkt. Mit diesen Innovationen werde SAP das Marktpotenzial bis 2015 auf 230 Milliarden Dollar verdoppeln, sagte der andere Co-Chef Bill McDermott.

Dabei handle es sich allerdings bislang nur um eine Wette auf die Zukunft, kritisierte Aktionärsvertreterin Benner-Heinacher. Mit seiner Datenbank-Technologie sei SAP nur die Nummer 4 im Markt, beim Cloud Computing seien Salesforce und Oracle vorn. Daher stelle sich die Frage: Wie wird SAP die Nummer 1?

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