Software-Konzern: SAP geht die Zeitenwende an

Software-Konzern
SAP geht die Zeitenwende an

Statt Software zu verkaufen, will SAP wie mit dem Cloud-Service Success-Factors künftig immer häufiger vermieten. Das birgt Risiken, der Konzern scheint aber besser denn je dafür gerüstet zu sein.
  • 0

FrankfurtSo sieht die neue SAP AG aus: kurz geschorener Schopf, die Arme und Beine ständig in Bewegung, die Augen vor Energie strahlend. Lars Dalgaard heißt der Mann. Erst seit wenigen Wochen ist der 43-jährige Däne im SAP-Vorstand. Er kam dorthin, weil der Konzern die von ihm gegründete IT-Firma Success-Factors übernahm.

Dalgaard ist ein Wirbelwind, kaum zu bremsen. Auch nicht am Dienstag vergangener Woche. Es ist Sapphire, Showtime im Reich des Walldorfer Software-Konzerns. Den bestehenden und potenziellen Kunden sollen die eigenen Produkte schmackhaft gemacht werden. 20 000 Gäste haben sich im Orange Country Convention Center in Orlando, Florida, eingefunden. Sie wollen informiert und vor allem unterhalten werden.

Dalgaard liefert. "Das hier ist der schönste Moment in meinem bisherigen Leben", ruft er auf der Bühne und reißt die Arme hoch. "Es kann nicht sein, dass Apple den ganzen Spaß hat. Wir wollen auch einen Teil vom Spaß, wir haben das Potenzial dazu", verspricht er goldene Zeiten.

Gut zwei Jahre ist es her, seitdem der Marketingexperte Bill McDermott und der Technikspezialist Jim Hagemann Snabe die Führung beim weltgrößten Anbieter von Firmensoftware übernommen haben. Seitdem haben sie das Unternehmen kräftig umgebaut. Forschung und Entwicklung wurden gestrafft, Produkte schneller zur Marktreife gebracht. Nicht zuletzt haben die zwei die wegen immer höherer Wartungsgebühren genervten Kunden befriedet.

Mit Erfolg. Wenn sich die Aktionäre des Software-Konzerns heute in der Mannheimer SAP-Arena zur Hauptversammlung treffen, werden sie wohl vor allem eine Sache verteilen: jede Menge Lob. Innerhalb eines Jahres hat sich die Nettorendite des Konzerns fast verdoppelt. Satte 24,2 Prozent vom Gesamtumsatz blieben 2011 unter dem Strich hängen. SAP ist damit auf Augenhöhe mit dem Erzrivalen Oracle, der im Geschäftsjahr bis Mai 2011 auf 24 Prozent kam.

Der Umsatz von SAP stieg zudem von 12,5 auf den Rekordwert von 14,2 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis schnellte von 2,6 Milliarden auf 4,9 Milliarden Euro in die Höhe. Um über 14 Prozent legte der Aktienkurs seit Beginn vergangenen Jahres zu. Der Kurs des Rivalen Oracle sank in der gleichen Zeit um 19 Prozent.

Kommentare zu " Software-Konzern: SAP geht die Zeitenwende an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%