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Windows 8 bringt Microsoft keinen Umsatzsprung

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Wie die einzelnen Sparten liefen

Vom neuen Hoffnungsträger Windows 8 wurden seit dem Start Ende Oktober rund 60 Millionen Lizenzen verkauft - allerdings zu stark rabattierten Preisen. Windows 8 ist stark für den Betrieb auf Touchscreens ausgelegt, und entsprechende Laptops und Tablets sind noch rar am Markt.

Diese Neuerungen bietet Windows 8

  • Kachel-Design

    Windows 8 sieht schon auf den ersten Blick anders aus: Microsoft übernimmt aus seinem mobilen Betriebssystem das Kachel-Design. Zu sehen sind nun rechteckige Flächen, in denen Nutzer zum Beispiel Programme sortieren können. Und in den sogenannten Live-Kacheln werden Inhalte in Echtzeit aktualisiert – ob der Wetterbericht aus dem Netz oder die Mitteilung über neu eingetroffene E-Mails. Die bekannte Taskleiste samt dem mit Windows 95 eingeführten Startknopf verschwindet dagegen. Einen Desktop gibt es allerdings immer noch, der über eine Kachel aufgerufen wird.

  • Bedienung per Fingerzeig

    Microsoft hat Windows 8 für die Nutzung per Touchscreen angepasst. Anwender können mit den Fingern navigieren, wenn ihr Rechner einen berührungsempfindlichen Bildschirm hat, aber auch klassisch mit Maus und Tastatur. Dass beides in einem Gerät vereint sein kann, zeigen etliche neue Modelle, die Tablet-Computer und Notebook in einem sind.

  • Ein eigener App Store

    Apple lässt grüßen: Microsoft hat für sein neues System den Windows Store eingerichtet. Über die Plattform können Entwickler Apps verbreiten, die für Touchscreens optimiert sind. Auch Spiele werden angeboten. Diese Anwendungen laufen auf allen Geräten, ob mit Windows 8 oder dem abgespeckten Windows RT für Geräte mit stromsparenden ARM-Prozessoren.

  • Cloud-Dienste

    Schon beim Start wird es deutlich: Microsoft integriert seine Cloud-Angebote nahtlos in das neue Betriebssystem. Nutzer können sich künftig mit ihren Daten vom Online-Dienst Windows Live am Rechner einloggen. Damit haben sie direkten Zugriff beispielsweise auf den Online-Speicher Skydrive, außerdem lassen sich die persönlichen Einstellungen und der Browser-Verlauf zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren.

  • Vorinstallierter Virenscanner

    Microsoft hat große Teile seines Software-Pakets Security Essentials in Windows 8 integriert. Der Wächter soll vor Viren und Trojanern schützen.

  • Neue Prozessoren

    Mit Windows 8 unterstützt Microsoft erstmals nicht nur die traditionellen x86-Chips von Intel und AMD, die in PCs laufen: Die Software-Variante Windows RT läuft auch mit stromsparenden Prozessoren mit ARM-Architektur. Diese kommen in Tablet-Computern zum Einsatz, etwa dem iPad, künftig aber auch im Surface RT, den Microsoft selbst auf den Markt bringt. So kann das Unternehmen in einem wichtigen Segment Fuß fassen. Allerdings können Nutzer auf RT-Rechnern nicht mehr ihre klassische Windows-Software installieren, nur Apps aus dem Windows Store.

Auf der Gegenseite findet sich Einbruch in der wichtigen Office-Sparte um mehr als zehn Prozent auf gut 5,7 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung wird derzeit von Analysten generell aber nicht kritisch betrachtet, da Microsoft kurz vor der Einführung einer neuen Version der Software Office steht.

Ein Anstieg bei den Online-Werbeumsätzen um 15 Prozent half der chronische defizitären Onlinesparte, die Verluste einzudämmen. Der operative Verlust türmte sich trotzdem noch auf 283 Millionen Dollar auf, nach einem Minus von 459 Millionen im Vorjahr.

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PC-Markt Deutschland

  • Nicht gut in Form

    Der PC-Markt in Deutschland ist umkämpft. Der Absatz ist im dritten Quartal 2012 um 19 Prozent auf 2,68 Millionen Computer gesunken, wie das auf IT-Themen spezialisierte Marktforschungsunternehmen Gartner ermittelt hat. Belebung könnte allerdings die Markteinführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 gebracht haben – diese schlägt sich in den Zahlen noch nicht nieder.

  • Nummer 1: Lenovo

    Die Nummer 1 in Deutschland ist Lenovo. Das chinesische Unternehmen verkaufte zwischen Juli und September 421.000 Geräte, ähnlich viele wie im Vorjahreszeitraum. Da der Markt schrumpfte, konnte Lenovo seinen Anteil damit auf 15,8 Prozent steigern.

  • Nummer 2: Acer

    Acer musste massive Einbußen von mehr als 11 Prozent hinnehmen, verzeichnet aber trotzdem mit 14,7 Prozent etwas mehr Marktanteil als noch vor einem Jahr. 392.000 Geräte verkaufte das taiwanische Unternehmen in Deutschland.

  • Nummer 3: Hewlett-Packard

    Noch bitterer lief es für Hewlett-Packard, einst die Nummer 1 im PC-Markt: Der US-Hersteller verkaufte im dritten Quartal nur noch 336.000 PCs, fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Der Marktanteil schrumpfte auf 12,6 Prozent.

  • Nummer 4: Dell

    Dell verkaufte 206.000 PCs, rund 35.000 weniger als im dritten Quartal des Vorjahres – da andere Hersteller größere Einbußen hatten, stieg der Marktanteil damit aber leicht auf 7,7 Prozent.

  • Nummer 5: Asus

    Ein besonders schlechtes Jahr hatte Asus: Der Absatz brach um 37,8 Prozent auf 196.000 Geräte ein. Marktanteil: 7,3 Prozent.

Die Entertainment-Sparte, die maßgeblich von der Spielekonsole Xbox360 geprägt ist, zeigte trotz eines Umsatzeinbruchs um elf Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar ein kleines Plus beim operativen Ergebnis von 517 auf 596 Millionen Dollar. Die Konsole, ebenso wie das Konkurrenzprodukt von Sony, die Playstation 3, gelten als mittlerweile in die Jahre gekommen. Für die im Sommer in Los Angeles stattfindende Messe E3 wird die Ankündigung eines Nachfolgers erwartet.

  • 25.01.2013, 09:18 UhrMacHarry

    Apple vs Microsoft: Jetzt, wo die Fakten auf dem Tisch liegen, ist ein Vergleich hoch interessant: http://mac-harry.blogspot.de/2013/01/apple-und-microsoft-im-vergleich.html

  • 25.01.2013, 09:13 UhrG4G

    MS ist auf den Androidzug aufgesprungen und hat es verpasst innovative Zeichen zu setzen. Die Lizenzpolitik ab 2013 maximiert die Kosten für Server und Clients bis Faktor 7.
    Viele Funktionen, die bisher dabei waren, muss man nun zusätzlich erwerben.
    Wer möchte eine App (Kachel) wischen um ein WOrd oder Exel oder CRM/ERP CAD... zu starten ?
    Für den Büroeinsatz ist Windows 8 unbrauchbar.
    Mit Win 8 sollte das Rad neu erfunden werden, nun ist es eckig und holpert.
    Bleibt MS bei dieser Politik, sehe ich den Untergang kommen. Es gibt inzwischen wirklich gute Alternativen in allen Bereichen.
    MS ist zu bedauern, es kommt nur noch Quatsch.

  • 25.01.2013, 09:02 Uhrgume

    Ein weiterer Grund für Windows auf dem eigenem PC ist die von der Arbeitswelt gewohnte Umgebung. Firmen und Behörden setzen nach wie vor auf das bewährte, ich schreibe absichtlich nicht beste, Betriebssystem und die Office-Anwendungen. Hinzu kommt, dass man das Innere von Windows leichter versteht als bei Linux. Wer natürlich nur einen Brief schreiben mlchte und das Banking erledigen will, ist auch mit Linux gut bedient.

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