Software-Konzern: Windows 8 bringt Microsoft keinen Umsatzsprung

Software-Konzern
Windows 8 bringt Microsoft keinen Umsatzsprung

Anders als bei Apple haben in dieser Berichtssaison keine hohen Erwartungen auf Microsoft gelegen. Das Unternehmen macht weniger Gewinn als zuvor und verbreitet weniger Optimismus. Ein Verlustbringer bessert sich etwas.

CupertinoLangweilig, aber solide. Die Erwartungen in das Quartal waren nicht gerade hoch - und Microsoft-Chef Steve Ballmer hat sie erfüllt. Vielleicht entkam der Softwarekonzern aus Redmond gerade deshalb der Bestrafung durch die Wall Street. Diese riss am Donnerstag die Apple-Aktie in die Tiefe, obwohl der Konzern am Vortag spektakuläre Zuwachsraten bei iPhone und iPad gemeldet hatte. Microsofts Papiere lagen trotz der unspektakulären Zahlen nachbörslich nur geringfügig unter der Schlussnotiz.

Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres summierte sich der Umsatz auf 21,46 Milliarden Dollar, und als Nettogewinn verlieben 6,38 Milliarden Dollar. Daraus resultieren 0,76 Dollar Gewinn pro Aktie, einen Hauch besser als die 0,75 Dollar, die Analysten im Schnitt angesetzt hatten.

Interaktive Infografik

Gewinn von Microsoft bis zum 2. Geschäftsquartal 2013

in Mrd. US$

(mit der Maus über die Grafik fahren)


Der Gewinnausweis war mit Spannung erwartet worden, weil CEO Steve Ballmer mit Windows 8, Windows Phone 8 und dem Tablet PC Surface gleich drei für die Zukunft des Konzerns wichtige neue Produkte auf den Markt gebracht hat. Doch vom Optimismus vergangener Jahre war nur wenig zu spüren.

So kletterte zum Vergleich im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010, als Windows 7 startete, der Konzernumsatz um 14 Prozent. Im aktuellen Berichtsquartal gelang nur ein Anstieg um drei Prozent.

Harte Zahlen zum Tablet Surface gab es von CEO Ballmer überhaupt nicht. Nach Berichten von Marktanalysten verkauft sich das Modell Surface RT nur schleppend. Das Businessmodell Surface Pro wird erst ab Anfang Februar verkauft werden. Finanzvorstand Peter Klein gab vor Analysten lediglich zu Protokoll, man werde Produktion und Vertrieb ausweiten.

Was Windows diesmal half: eine starke Nachfrage aus dem Geschäftskundenbereich. Trotz eines insgesamt schwächeren PC-Marktes, der im vierten Quartal 2012 laut IDC um knapp 6,5 Prozent nachgab, gelang es der Windows-Sparte, ein Plus von 24 Prozent auf 5,88 Milliarden Dollar auszuweisen.

Darin enthalten sind allerdings zurückgestellte Umsätze für Upgrades enthalten, die erst später realisiert werden. Diese herausgerechnet verbleibt ein Plus von elf Prozent. Der Zuwachs gelang nicht zuletzt deshalb, weil immer mehr Unternehmen vom betagten Windows XP, das von Microsoft nicht mehr unterstützt wird, auf das mittlerweile ausgereifte Windows 7 umsteigen.

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