Software-Markt
Software AG wieder auf Wachstumskurs

Nach schwachen Geschäftszahlen im Sommer konnte die Software AG im dritten Quartal Umsatz und Gewinn wieder steigern. Vor allem der Lizenzverkauf wuchs stark. Der Aktienkurs stieg um mehr als zehn Prozent.
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FrankfurtDie Software AG hat mit Zuwächsen bei Gewinn und Lizenzumsätzen das Vertrauen der Anleger zurückerobert. Der zweitgrößte deutsche Softwarekonzern verdiente im dritten Quartal nach vorläufigen Zahlen operativ drei bis sechs Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die im Vorquartal noch rückläufigen Umsätze mit Softwarelizenzen legten um sieben Prozent zu. Insgesamt stagnierten die Konzernerlöse infolge des stärkeren Euro allerdings und sollen im Gesamtjahr auch währungsbereinigt weniger stark als bislang in Aussicht gestellt zulegen.

Die Anteilsscheine der Software AG schossen am Mittwoch dennoch um über zehn Prozent in die Höhe und setzten sich damit an die Spitze des TecDax. Die Papiere hatten bereits vergangene Woche im Schlepptau starker Quartalszahlen des Branchenführers SAP kräftig zugelegt. Der wesentlich größere Konkurrent aus Walldorf verkaufte im abgelaufenen Quartal knapp ein Drittel mehr Lizenzen und verbuchte einen Rekordumsatz.

Im zweiten Quartal hatte die Software AG die Anleger noch mit unerwartet schwachen Zahlen verschreckt. Vor allem der Lizenzvertrieb in Europa war deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Vorstand griff daraufhin durch und wechselte die Vertriebsleitung für die Region Europa, Nahost und Afrika (EMEA) aus, zudem wurde das Beratungsgeschäft umgebaut.

Die Maßnahmen zeigten nun erste Erfolge, sagte Konzernchef Karl-Heinz Streibich. „Bei IDS Scheer Consulting ist die Ergebniswende geschafft.“ Im zweiten Halbjahr soll der Bereich einen „deutlich positiven“ Ergebnisbeitrag abliefern. Das Management will sich im Servicegeschäft künftig auf profitable Beratungsgeschäfte konzentrieren und dafür vorübergehend auch ein geringeres Umsatzwachstum in Kauf nehmen.

Das Wachstumsgeschäft mit Produkten (Lizenzen und Wartung) zur Optimierung von Geschäftsprozessen (BPE) legte im dritten Quartal um 17 Prozent auf 84 Millionen Euro zu. Hier verzeichne die Software AG trotz der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheiten weiterhin ein starkes Interesse der Kunden, hieß es. Im traditionellen Kerngeschäft mit Software zum Datenmanagement (ETS), in dem die Software AG unter anderem mit dem weltgrößten IT-Dienstleister IBM konkurriert, ging der Produktumsatz dagegen um zehn Prozent zurück.

Konzernweit stagnierte der Umsatz im dritten Quartal bei 275 Millionen Euro - währungsbereinigt ergab sich ein Plus von rund zwei Prozent. Steigern konnte die Software AG ihre Erlöse vor allem auf dem Heimatmarkt Deutschland, in Nordamerika, Australien und Südafrika. Das operative Ergebnis (Ebit) kletterte auf 71 bis 73 (Vorjahr 69,1) Millionen Euro. Detaillierte Ergebniszahlen für das dritte Quartal sollen am 27. Oktober veröffentlicht werden.

Für das Gesamtjahr bekräftigte die Software AG ihre Prognose, den Gewinn nach Steuern um zehn bis 15 Prozent zu steigern. Beim Umsatz erwartet das Darmstädter Unternehmen nun allerdings währungsbereinigt nur noch ein Wachstum von zwei bis fünf Prozent, während bislang ein Plus von fünf bis sieben Prozent in Aussicht gestellt worden war.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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